Magma feiert 40. Geburtstag
Überragende Hommage
Das französische Label Soleil Zeuhl widmet der legendären Prog-Rock-Band Magma mit "Hur!" eine herausragende Doppel-CD.
In diesem Jahr feiert die französische Prog-Rock-Band Magma, die in der Kunstsprache Kobaian singt, ihren 40. Geburtstag. Grund für die Jubiläumsbox "Studio Zünd!", eine umfangreiche Jubiläumstour - und die Doppel-CD-Hommage "Hur!", die beim umtriebigen Label Soleil Zeuhl erschienen ist.
25 Tracks von ebenso vielen unterschiedlichen Interpreten finden sich darauf, die ihre Sicht auf die Kompositionen des Magma-Gründers, -Schlagzeugers und Sängers Christian Vander präsentieren. Da stehen ehemalige oder aktuelle Vander-Mitstreiter bzw. deren Nachwuchs neben bislang kaum bekannte Bands, und was sie eint ist das Herzblut, mit dem sie sich diesem Projekt verschrieben haben. Zum Beispiel Minimum Vital, die eine jazzig-treibende Version von "Üdü Wüdü" abliefern oder Klaus Basquiz & Steve Shena, deren experimentelle Klangcollage "Mekajak" auch als Ritualmusik eines noch unentdeckten Stammes in Papua-Neuguinea durchgehen könnte. Zwar orientieren sich zahlreiche Beiträge am tatsächlichen Magma-Sound, der Rock- mit Jazz-, sowie Klassikelementen und osteuropäischer Folklore mischt, doch es geht auch ganz anders, wie Marcus Linon mit seiner Bearbeitung von "Zëss" zeigt. Der Sohn von Magma-Sängerin Stella Vander liefert eine dröhnende Rocknummer mit brachial wummernden Gitarren ab, die gewiss nicht jedem gefällt, aber eben auch eine Möglichkeit ist, sich mit dem Magma-Oeuvre auseinander zu setzen.
Einen interessanten Vergleich eröffnen die beiden "Aïna"-Versionen. Bei gleicher Melodieführung liegt die bretonische Formation John Trap eher auf gehobenem Easy-Listening-Kurs, während die Electro-Ethno-Jazzer Post Image bisweilen an den Sound von Nils Petter Molvaer erinnern.
Nahezu sämtliche "Hur!"-Beiträge sind von so hoher Qualität, dass sie nicht nur Lust auf die Magma-Originale machen, sondern auch dazu anhalten, sich nach weiteren Veröffentlichungen der beteiligten Bands umzuschauen. Besonders gilt das für den atmosphärischen Ambientrock von Guapo ("Klaus Kombalad"), den filigranen Dark-Folk von Alifair, die sich der Vander-Komposition "Ronde de nuit" annehmen und die Modern-Jazz-Version von ",La' Dawotsin" des Gerard Prevost Trios. Ebenfalls herausragend: Bruno Heuzes "Ëk Sün Da Zëss" vom "Wurdah Itah"-Album, bei dem javanesische Gamelans und Gongs zum Einsatz kommen.
Insgesamt bietet "Hur!" 135 Minuten herausragende Musik, die auch ohne Kenntnis der Magma-Originale begeistert. Um so trauriger, dass das Soleil-Zeuhl-Label in Deutschland bisher keinen Vertriebspartner gefunden hat. Abhilfe schafft wie so oft ein Online-Versand , bei dem dieses Doppelalbum für 23 Euro (plus Porto) zu haben ist. Ausführlich Hörproben gibt's hier. Gleich hinklicken - es lohnt sich!
Hur! (Soleil Zeuhl); bereits erhältlich
Bewertung: überragend















