02.10.10

Medienmacher

Hamburg kann den Eurovision Song Contest abhaken

Die Hansestadt kann sich die siebenstellige Summe für das vom NDR ausgerichtete Finale des Sängerwettstreits offenbar nicht leisten.

Das Finale des Eurovision Song Contest findet 2011 wohl nicht in Hamburg statt. Wie es in Senderkreisen heißt, ist die Hansestadt nicht mehr im Rennen. Dagegen liege Berlin beim NDR vorn, der das Finale ausrichtet. Bis vor Kurzem habe auch Düsseldorf gute Chancen gehabt, heißt es. In einer zweiten Bewerbungsrunde soll es dann um die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung durch die Bewerberstädte gegangen sein. Im Gespräch war dem Vernehmen nach eine siebenstellige Summe. Seither habe Berlin die Nase vorn. Hamburg war zu einem so großen finanziellen Engagement offenbar nicht bereit. Zudem soll es nur schwer möglich sein, in der Messehalle A1, mit der die Hamburger sich beworben hatten, eine Bühne zu installieren, die den Erfordernissen des Eurovision Song Contest gerecht wird.

Der NDR nennt alle Informationen über Favoriten und die von den Städten geforderten Summen "reine Spekulation". Konkreter möchte der Sender mit Rücksicht auf die derzeitige Entscheidungsphase nicht werden. Um die Ausrichtung des Finales des Eurovision Song Contest hatte sich neben Berlin, Düsseldorf und Hamburg auch Hannover beworben, die Heimatstadt von Lena, die den Wettbewerb im Mai gewann.

Das Architektur- und Interiormagazin "Architectural Digest AD" zieht Mitte nächsten Jahres von Berlin zurück nach München. Die Zeitschrift aus dem Hause Condé Nast war erst 2007 von der Isar an die Spree gezogen. Dort hatte sie in einem Haus mit dem mittlerweile eingestellten Magazin "Vanity Fair" residiert. Nun jedoch will der Verlag alle seine Aktivitäten in München bündeln. Dies ist, wie es in Verlagskreisen heißt, auch wichtig, um Print und Online zu vernetzen. Die Online-Tochter des Verlags, Condé Nast Digital, sitzt seit eh und je in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie soll zusammen mit der "AD"-Redaktion eine App für das iPad entwickeln, die 2011 auf den Markt kommt.

Beim "Spiegel" wird darüber gestritten, ob der Vorabdruck von Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" in dieser Form richtig war. Einige Redakteure, unter ihnen auch mehrere Ressortleiter, halten es für falsch, dass der Vorabdruck unkommentiert und zeitgleich mit dem der "Bild" -Zeitung erschien. Chefredakteur Georg Mascolo monierte in einer Konferenz, nach Angaben von Teilnehmern, dass im Vorabdruck ausgerechnet die Passagen fehlten, in denen Sarrazin seine fragwürdige biologistische Argumentation zur Erblichkeit der Intelligenz entwickelt. Auf eben diese Passagen habe sich der "FAZ" -Herausgeber Frank Schirrmacher gestürzt und so die Meinungsführerschaft in der Sarrazin-Debatte errungen. Verantwortet hatte den Vorabdruck das Kulturressort unter Lothar Gorris . Auf Anfrage mag ein "Spiegel"-Sprecher "den Verlauf interner Debatten ... nicht öffentlich erörtern oder kommentieren".

Am 23. Oktober beginnt unter der Federführung des NDR die ARD -Themenwoche "Essen ist Leben". Geplant war das so ursprünglich nicht. Eigentlich sollte bereits im Frühjahr die von RBB und MDR verantwortete Themenwoche "Tod und Sterben" auf Sendung gehen. Doch die wird, wenn überhaupt, erst 2012 zu sehen sein. Für 2011 hat sich die ARD für die vom SWR konzipierte Themenwoche "Mobilität" entschieden. Über die Gründe kann nur gerätselt werden. Womöglich haben die schlechten Quoten für die Themenwoche "Ehrenamt" im vergangenen Jahr die ARD-Verantwortlichen so verschreckt, dass sie das schwere Thema "Tod und Sterben" erst einmal ad acta gelegt haben.

Diese Kolumne pausiert eine Woche. Die nächste Ausgabe erscheint erst am 16. Oktober.

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