Die Sängerin Maria Mena im ausverkauften Hamburger Docks
Die Beziehungen der Maria M.
Statt nur "Maria Mena" auf die Wand hinter der Bühne projizieren zu lassen, sollte die norwegische Sängerin den Schriftzug ergänzen: "Die meisten meiner Songs sind aus Beziehungsproblemen entstanden. Entweder gescheiterte (Relationshit) oder Beinahe-Beziehungen. Das ist meine Art, Gefühle und Gedanken zu verarbeiten."
Foto: SonyBMG
Hamburg. Statt nur "Maria Mena" auf die Wand hinter der Bühne projizieren zu lassen, sollte die norwegische Sängerin den Schriftzug ergänzen: "Die meisten meiner Songs sind aus Beziehungsproblemen entstanden. Entweder gescheiterte (Relationshit) oder Beinahe-Beziehungen. Das ist meine Art, Gefühle und Gedanken zu verarbeiten."
Drei Sätze würden langatmige, selten unterhaltsame Anmoderationen jedes Titels überflüssig machen. Und Maria Mena könnte mehr singen als am Mittwoch vor 1300 begeisterten Fans im ausverkauften Docks.
Singen kann die 23 Jahre alte Norwegerin ("All This Time", "Just Hold Me") nämlich ganz großartig. So gut, dass die sprachliche Reife ihrer Texte hinter der Kraft und faszinierenden Intensität ihrer Stimme live an Bedeutung zu verlieren droht. Erst recht, wenn Maria Mena verrockt spielt: Statt - wie oft auf dem aktuellen Studioalbum "Cause And Effect" und dem Vorgänger "Apparently Unaffected" - glockenrein zu intonieren und sphärische Klangteppiche hinzuhauchen, röhrte sie los wie eine amtliche Rocklady; das erinnerte zeitweise an Tina Turner oder Björk. Eineinhalb Stunden lang inszenierte sich Maria Mena mit merkwürdigen Bewegungen zwischen Shakira-Show und Lolita-Attitüde, schmiss Kamelle und beeindruckte mit Arrangements, denen ihre Band (zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Keyboards) mitreißend Dampf machte.
Dazu hatte sie sich aus Oslo als Support einen Künstler mitgebracht, von dem hoffentlich noch viel zu hören sein wird: Jarle Bernhöft (22, übersetzt seinen Namen mit "Charly Bahnhof") ist mit seiner Soul-Stimme der bessere Max Mutzke. Und ein Multiinstrumentalist, der das Rhythmusgerüst seiner Lieder selbst baut - mit vor jedem Song live erstellten Samples und Loops (Teile von Melodieläufen und Percussionelemente, die dann als digitalisierte Endlosschleifen eingespielt werden). Das hatte hohen Unterhaltungswert und gipfelte in einem Duett mit Maria Mena. Selbiges glänzte (muss ja auch mal gesagt werden!) wie alle Stücke mit fast perfektem Sound.
Wenn es so weitergeht, wird zwischen der eigenwilligen Skandinavierin und dem Publikum garantiert kein Beziehungsproblem entstehen.




Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




