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Kultur & Live

Spendensuche statt Startschuss - Gastspiele geplant

Theaterfestival verliert Großförderer

Eigentlich ist die Idee gut. Ein jährlich stattfindendes Theaterfestival für Hamburg, das seinen pulsierenden Kern im ebenso pulsierenden Hafen hat und sich dann auf die Stadt ausdehnt. Eigentlich sollte der Startschuss im August 2009 fallen...


Foto: Andreas Laible

Hamburg. Eigentlich ist die Idee gut. Ein jährlich stattfindendes Theaterfestival für Hamburg, das seinen pulsierenden Kern im ebenso pulsierenden Hafen hat und sich dann auf die Stadt ausdehnt. Eigentlich sollte der Startschuss im August 2009 fallen, der Schuppen 52 in der HafenCity war für diese Zeit als besonderer Spielort bereits geblockt. So jedenfalls hatte es Initiator Nikolaus Besch, ehemaliger Leiter des Bergedorfer Theaters Haus im Park, im vergangenen Jahr angekündigt. Nun lud er zur Pressekonferenz, um über den Auftakt zu sprechen. Der Startschuss entpuppte sich als Spendensuche.

"Ein Großförderer hat einen Rückzug gemacht", musste Besch gestern zugeben, um sofort zu betonen: "Wir fangen trotz der Krise an!" Drei hochkarätige Gastspiele seien bereits vereinbart, Barbara Freys "Sturm" vom Wiener Burgtheater, aus Zürich "Amphitryon" von Matthias Hartmann und vom Deutschen Theater aus Berlin "Ritter, Dene, Voss" mit Ulrich Matthes und Constanze Becker. So weit, so begrüßenswert.

In Hafennähe allerdings wird - obwohl als eines der Konzeptziele ausdrücklich "Ziehen von Kulturtouristen nach Hamburg und in den Hafen" vermerkt ist - in diesem Jahr keine der Produktionen zu sehen sein. Es fehlt, noch immer, das Geld. Stattdessen, so erklärt Besch, sollen die Gastspiele am Schauspielhaus, im St.-Pauli-Theater und im Thalia stattfinden. Dort zeigt man sich verblüfft: "Es gibt nur eine Anfrage", sagte Thalia-Geschäftsführer Ludwig von Otting zum Abendblatt. "Wir nehmen aber erfreut zur Kenntnis, dass Herr Besch die im Sande verlaufenen Gespräche vom Dezember mit uns nun über die Presse wieder aufnimmt." Das Schauspielhaus signalisiert "Bereitschaft", will aber "bis zum 6. April Termine wissen".

Besch ist da konkreter: Nach einer Workshop-Reihe für den Theaternachwuchs vom 5. bis zum 11. Oktober (Motto: "Tradition bewahren") bildeten die genannten Gastspiele den "Prolog des Festivals". Er wolle damit, so der Initiator wörtlich, "Hamburg auf dem Weg zu einer Kulturmetropole begleiten". Die Kulturbehörde gibt zwar kein Geld, richtet aber aus, sie stehe der "privaten Initiative wohlwollend gegenüber".

Wohlwollend immerhin scheint auch das durchaus namhaft und solvent besetzte Kuratorium der "Stiftung Hamburger Theater Festival" zu sein, dem u. a. der Unternehmer Ian Karan, Moderator Jörg Pilawa, Claus-G. Budelmann, Gesellschafter der Berenberg Bank, sowie Ex-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi angehören. 210 000 Euro habe er beisammen, so Besch, 90 000 Euro müssten noch eingeworben werden. Für ein Festival keine unverschämte Summe - zumal zuletzt von 1,8 Millionen bis zwei Millionen die Rede war.

Ob es aber tatsächlich ein Theaterfestival geben wird oder nur drei gute Gastspiele, bleibt also weiterhin abzuwarten.msch

 

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