Nachruf auf den legendären NDR-Radio-Moderator
Friedhelm Mönter war ein Anwalt der Kultur
Wie sehr die kulturinteressierten Radiofans "ihren" Friedhelm Mönter vermissen, war gestern eindrucksvoll auf NDR 90,3 zu hören. Zwei Stunden lang konnten sie anrufen, von ihren Begegnungen berichten, über ihre (Hör-)Erlebnisse sprechen, die sie mit dem Moderator verbinden. "Diese Anteilnahme war unglaublich berührend"...
Hamburg. Wie sehr die kulturinteressierten Radiofans "ihren" Friedhelm Mönter vermissen, war gestern eindrucksvoll auf NDR 90,3 zu hören. Zwei Stunden lang konnten sie anrufen, von ihren Begegnungen berichten, über ihre (Hör-)Erlebnisse sprechen, die sie mit dem Moderator verbinden. "Diese Anteilnahme war unglaublich berührend", sagte Catarina Felixmüller zum Abendblatt. Mehr als 20 Jahre kannte die Wortchefin des Stadtsenders den Journalisten: "Er war warmherzig, hilfsbereit, sehr höflich, immer auf Stil bedacht. Ja, er war ein feiner Kerl." Am Mittwochabend ist Friedhelm Mönter nach schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren gestorben.
"Die Hamburger Kulturszene hat einen unersetzbaren 'Impresario' verloren, dem wir alle viel zu verdanken haben", würdigt Michael Lang, Direktor der Komödie Winterhuder Fährhaus, den "brennenden Vermittler und Kämpfer der Kultur in dieser Stadt". Als "leidenschaftlichen 'Brückenbauer' zwischen Kultur und Publikum" behält ihn Christian Seeler, Intendant des Ohnsorg-Theaters, in Erinnerung: "Er war mit Hamburgs plattdeutscher Bühne besonders freundschaftlich verbunden." Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck lobt den aufmerksamen Moderator, der "in seinen Sendungen und Interviews genau zuhörte und spürte, was seine Hörer und Gäste sich wünschten".
Für NDR 90,3 war der gebürtige Duisburger seit 1981 als Kulturreporter und Theaterkritiker unterwegs, er moderierte u. a. "Sonntakte", "Abendjournal", "Radiobasar" und fürs NDR-Fernsehen die Galasendungen für Heidi Kabel, Evelyn Künneke, Ilse Werner und das Schmidt-Theater. Den Machern von der Reeperbahn - Norbert Aust und Corny Littmann - bleibt er auch als Förderer des kulturellen Nachwuchses in Erinnerung - "und viele von uns Kulturschaffenden verlieren auch privat einen sehr guten Freund". Wie Dagmar Berghoff - die Ex-"Tagesschau"-Sprecherin hatte ihn noch Anfang Februar am Krankenbett besucht: "Er hat mich nach dem Tod meines Mannes sehr unterstützt, das vergesse ich nie."
Das Mitgefühl der Hamburger gilt vor allem Friedhelm Mönters Mutter Marianne und seinem Lebensgefährten Frank Schulze.




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