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Kultur & Live

Kultursenatorin wehrt sich gegen Daniel Richters Politik-Schelte

Hamburg. Kultursenatorin Karin von Welck ging gleich zu Beginn zum Gegenangriff über und wehrte sich bei einer Podiumsdiskussion im Thalia-Theater gegen die heftigen Vorwürfe des international geschätzten Hamburger Künstlers Daniel Richter: "Unsinn" und "stark überzogen" nannte sie seine Politik-Schelte im Abendblatt-Interview vom Sonnabend.

Richter zieht frustriert nach Berlin um und nannte Hamburgs Kulturpolitik "ein Desaster", die Stadt sei "wahnsinnig langweilig" geworden. Er sieht bei den Kulturpolitikern mangelnde Sensibilität, bei der Senatorin selbst "Machtgier, Inkompetenz und ewige Erklärungen". Karin von Welck antwortete: "Jeder kann das sagen, das muss so sein." Sie wünsche ihm viel Glück in Berlin; er werde sicher immer wieder nach Hamburg kommen. Von Welck: "Ich kämpfe seit sechs Jahren für die Kultur in Hamburg und spüre, dass das immer mehr Leute mittragen."

Man müsse aber über Richters Kritik nachdenken, vieles könne noch besser werden. Mit dieser kühlen Reaktion begann gestern Abend die Diskussion der Freunde des Thalia-Theaters zum Thema "Über die Zukunft der Bürgerkultur", die Abendblatt-Chefredakteur Claus Strunz moderierte. Mit der Senatorin, Thalia-Intendant Joachim Lux, dem Autor Mark Terkessidis und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse ging es darum, für wen in Hamburg Kultur gemacht wird, wie man etablierte Strukturen aufbrechen und für mehr Besucher öffnen kann und wie sich Kultur trotz Sparzwängen behaupten kann. Ausführlicher Bericht morgen.(hjf)

 

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