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Kultur & Live

Millionen von PCs bereits infiziert

Computer-Wurm "Conficker" verbreitet sich rasant

Er ist raffiniert programmiert und soll aus der Ukraine stammen: Ein Computerwurm namens "Conficker" verbreitet sich gegenwärtig rasant über das Internet. Weltweit sollen bereits knapp neun Millionen PCs infiziert sein, die Zahl steigt derzeit sprunghaft. Offenbar knackt der Wurm sogar Passwörter von Computernutzern.


Foto: AFP

Sicherheitsexperten warnen vor dem aggressiven Computerwurm namens "Conficker", der sich derzeit extrem schnell über das Internet verbreitet. Bekannt ist er unter den Namen "Conficker", "Downadup" oder "Kido". Laut F-Secure, einem finnischen Hersteller von Anti-Viren-Software, hat der Wurm bereits 8,9 Millionen Computer weltweit infiziert. Die Situation verschlimmere sich zusehends, warnt das Unternehmen. Innerhalb von vier Tagen habe sich die Zahl der infizierten Computer verdreifacht.

Betroffen sind Computer mit Windows-Betriebssystem. Microsoft hat bereits ein Update herausgegeben, dass die Sicherheitslücke schließt. "Der Virus verbreitet sich allerdings weiter, weil viele Firmen den Patch noch nicht installiert haben". Der Wurm könne den neuen Patch sogar umgehen, wenn er über einen USB-Stick in ein Firmennetzwerk eingeschleust wird. Noch ein Risiko: Der Wurm knackt sogar einfach gestrickte Passwörter von Windows-Benutzerkonten, um sich einzunisten.

Helfen sollen Anti-Virenprogramme, die auf dem aktuellen Stand sind. Zudem raten die Experten, den Microsoft-Patch auf dem Computer zu installieren und auch alle anderen Programme auf den neuesten Stand zu bringen.

Zum Schutz sollten Anwender ihr Betriebssystem mit den neuesten Updates aktualisieren - Windows-Hersteller Microsoft hatte die Lücke bereits im Oktober geschlossen. Um Infektionen über einen anderen Weg zu verhindern, sollten Nutzer laut F-Secure darüber hinaus Virenscanner benutzen und komplexe Passwörter einsetzen.

"Conficker" ist nach Angaben von F-Secure "ungewöhnlich schwierig zu entfernen". Der Wurm lädt zudem über das Internet weitere schädliche Software nach. Damit können die Angreifer beispielsweise Passwörter ausspähen oder Spam-Mails versenden.

Unklar ist allerdings, welchen Schaden der Wurm anrichten kann. Wahrscheinlich ist, dass er zumindest die Internet- und Netzwerkgeschwindigkeit herabsetzt. Die finnische Sicherheitsfirma F-Secure warnte aber auch davor, dass die mit "Conficker" oder "Downadup" infizierten Windows-Rechner von Cyberkriminellen für den Aufbau eines riesigen Botnetzes und zur Verbreitung von Schadprogrammen genutzt werden könnten. Ein Botnetz ist ein Verbund von infizierten Computern, auf denen ohne Wissen der Besitzer automatisierte Programme gestartet werden können.

"Die Bande hinter dem Wurm hat ihn bislang noch nicht genutzt", sagt F-Secures-Manager Nikko Hypponen. "Aber sie könnten jederzeit alles mit diesen Maschinen machen."

HA

 

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