Medien-Macher
Arbeitsschützer ermitteln bei Bauer
Das Fachblatt "Journalist" hat die Chefredakteurin Nicola Bauer von "Life&Style" stark kritisiert. Der Verlag reagiert dünnhäutig.
Das Amt für Arbeitsschutz schaut abermals bei der Bauer Media Group nach dem Rechten. Wie bereits Ende 2008, als die Arbeitsschützer erstmals bei Bauer tätig wurden, ist die Redaktion von " Life & Style " betroffen. Nach Angaben einer Behördensprecherin geht das Amt dem Verdacht nach, dass gesetzliche Arbeitszeitregelungen missachtet wurden. Chefredakteurin von "Life & Style" ist Verlegertochter Nicola Bauer , die manche im Verlag für überfordert halten. Auf Kritik an ihr reagiert das Zeitschriftenhaus dünnhäutig. So will es eine Unterlassungserklärung gegen das Fachblatt " Journalist " erwirken, in dem unter anderem zu lesen war, die Chefin komme "erst nachmittags in die Redaktion und werfe dann alles um". Derzeit leitet Tom Junkersdorf , Chefredakteur für besondere Aufgaben, die Redaktion von "Life & Style". Am 6. April soll aber Nicola Bauer aus einem mehrwöchigen Urlaub zurückkehren. Der Verlag lehnt es ab, die Causa zu kommentieren.
In ihrer aktuellen Ausgabe leistet die " Zeit " Abbitte bei Helmut Kohl , den sie vor allem zu Beginn seiner Kanzlerschaft scharf kritisiert hatte. "Die ,Zeit' saß vor dem Mann wie mit der Gabel vor der Suppe", schreibt der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich . In der Freitagskonferenz des Politikressorts soll Editor-at-Large Theo Sommer das Stück scharf kritisiert haben. Auf Anfrage will er sich dazu nicht äußern. Er sagt aber, bis 1989 habe die "Zeit" Kohl "richtig beurteilt". Sommer war von 1973 bis 1992 "Zeit"-Chefredakteur.
Anfang Februar war in dieser Kolumne zu lesen, Spiegel TV habe ein Auge auf N24, den Nachrichtensender der ProSiebenSat.1-Gruppe geworfen. Nach wie vor ist die Spiegel-Gruppe daran interessiert, für die Senderfamilie aus Unterföhring Nachrichten zu produzieren. An einen Einstieg bei N24 ist hingegen nicht gedacht. Das Medienhaus von der Brandstwiete würde gern als kostengünstiger externer Dienstleister für ProSiebenSat.1 tätig werden. Damit wäre N24 für die Gruppe entbehrlich. Die Frequenzen des Senders könnten anderweitig genutzt werden. Die 240 N24-Mitarbeiter müssten gehen. Wie sich ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling entscheidet, ist allerdings völlig offen. N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann will zusammen mit dem ehemaligen "Spiegel"-Chef Stefan Aust den Sender kaufen. Möglich ist auch, dass alles so bleibt, wie es ist.
Das Zitat des Abends kam von " Spiegel "-Chefredakteur Georg Mascolo : "Das ist ein kurzfristiges Gerücht über eine mittelfristige Trennung, die sich langfristig als Ente erweisen wird", sagt er zu Spekulationen, er und sein Amtskollege Mathias Müller von Blumencron würden auf mittlere Sicht getrennte Wege gehen. Wie ein Herz und eine Seele wirkten die beiden bei der Verleihung der Lead Awards allerdings nicht. Etwas steif standen sie neben Moderator Jan Böhmermann , auf der Bühne, wo ihr Blatt als "Lead Magazin des Jahres" ausgezeichnet wurde. Tatsächlich haben "Spiegel"-Redakteure "eine gewisse Disharmonie" zwischen ihren Chefs ausgemacht. Eine Trennung gilt dennoch als sehr unwahrscheinlich.
Ansonsten war die Verleihung der Lead Awards , bei denen 2011 auch Zeitungen ausgezeichnet werden sollen, eine rauschende Party - trotz knurrender Mägen. Die Veranstalter hatten sich bei der Berechnung der benötigten Mahlzeiten gewaltig verkalkuliert.













