Konzert in Hamburg
Starker Sound, seelenlose Show - Ramazzotti in Hamburg
Innerhalb von zehn Tagen trat Italiens Popstar Eros Ramazzotti zum zweiten Mal in Hamburg auf - bei geringem Zuspruch in der Color-Line-Arena.
Der italienische Sänger Eros Ramazzotti begeisterte bei seinem Konzert in Hamburg.
Foto: dpa/DPA
Hamburg. Vor zehn Tagen hatte Eros Ramazzotti bereits der Hansestadt einen Besuch abgestattet. Damals sang er für die Taufe des Luxusliners MSC Magnifica. Am Mittwoch Abend gehörte dem italienischen Pop-Barden die Bühne der Color-Line-Arena. Der magere Zuspruch könnte indes ein erstes Indiz sein, dass zumindest nördlich der Alpen die ganz große Zeit des Softrockers womöglich vorbei ist. Immerhin: Seine 6000 treuen Fans wurden nicht enttäuscht, zwei Stunden lieferte Ramazzotti als perfekter Dienstleister ein Best of seines nunmehr 25jährigen musikalischen Schaffens sowie Lieder seines neuen Werks "Ali E Radici" (Flügel und Wurzeln).
46 Jahre ist er inzwischen, der Bauchansatz unter dem schlichten T-Shirt und die ersten Falten zeigen, dass das Alter auch vor dem Großmeister des Schmusepops nicht halt macht. Und dennoch gab Ramazzotti Gas, als gebe es kein Morgen. Hit an Hit perlte aus den Lautsprechern in kristallklarer CD-Qualität - selten hat man einen so gut abgemischten Sound in der Color-Line-Arena gehört. Bei aller Perfektion wirkte die Show allerdings mitunter auch etwas seelenlos - die Zwiesprache mit dem Publikum wollte nicht so recht gelingen.
Am stärksten war Ramazzotti indes im ruhigen Unplugged-Set. "Amoro Contro" servierte er solo mit seiner Akkustik-Gitarre, bei "L'Aurora", dem Lied für seine Tochter aus der inzwischen gescheiterten Ehe mit Michelle Hunzinker, begleitete ihn nur der Pianist. Das war schlicht - und einfach großartig.




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