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Kultur & Live

Günter Grass und die DDR

Stasi-Akte des Nobelpreisträgers erscheint als Buch

Seit 1961 nahm die Staatssicherheit der DDR Schriftsteller Günter Grass ins Visier. Im März 2010 wird die Akte als Buch veröffentlicht.

Der deutsche Schriftsteller Günter Grass (M) zeigt bei einer feierlichen Zeremonie im Konzerthaus in Stockholm die Nobelpreis-Medaille, nachdem er zuvor den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte (Archivbild vom 10.12.1999).
Foto: dpa/DPA

Berlin. Er setzte sich für den DDR-Autor Uwe Johnson ein und verurteilte in einem offenen Brief den Bau der Berliner Mauer. Wegen dieser „Provokationen“ nahm die Stasi im Jahr 1961 den Schriftsteller Günter Grass ins Visier.

Im Berliner Christoph Links Verlag wird im Frühjahr die Stasi-Akte des Literatur- Nobelpreisträgers veröffentlicht. „Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte“ heißt der von Kai Schlüter herausgegebene Band, der laut Verlagsprogramm im März 2010 ausgeliefert wird. Die rund 300 Seiten starke Dokumentation wird ergänzt mit Kommentaren von Grass und zahlreichen Zeitzeugen.

Die von Schlüter aufbereiteten Akten spiegelten ein wichtiges Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte, denn sie zeigten die oft abenteuerlichen Wege des heimlichen Literatur-Austausches zwischen Ost und West, heißt es in der Verlagsankündigung.

Dargestellt würden auch das Lavieren der offiziellen DDR-Kulturpolitik und die Mechanismen der Überwachung. Die DDR-Staatssicherheit habe Grass nicht aus den Augen gelassen. Der Geheimdienst sammelte Material über ihn und die Gruppe 47. Die Stasi überwachte ihn außerdem bei seinen Besuchen in der DDR. Die Kontrolle endete erst im Herbst 1989. (dpa)

 

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