Medien-Macher
Das Trendbüro gehört jetzt Münchnern
Die Geschäftszahlen von Sky bleiben weiterhin unter den Erwartungen und der ehemalige Chefredakteur von "Park Avenue" berät jetzt das Frauenmagazin "Emotion"
Hamburg. Das Hamburger Trendbüro, das sich als Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel versteht, hat einen neuen Besitzer. Es gehört nun der Münchner Eventagentur Avantgarde . Der Trendforscher Peter Wippermann , der das Trendbüro Ende der 1980er-Jahre gründete, hat sich aus der Firma zurückgezogen. Er wird ihr künftig nur noch als Berater zur Seite stehen. Die alljährliche Konferenz "Trendtag", für die bisher das Trendbüro verantwortlich zeichnete, veranstaltet Wippermann künftig zusammen mit dem Verleger Peter Strahlendorf ("New Business"). Seine ehemalige Firma bleibt dem "Trendtag" als Kooperationspartner erhalten.
"Ich bin gerade 60 geworden und nehme dies zum Anlass, mich aus der Rolle des Unternehmers zu verabschieden", sagt Wippermann. Auf Nachfrage räumt er aber ein, dass sein Rückzug auch im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise steht. Im zweiten Halbjahr hätten die Auftragsbestätigungen auf sich warten lassen. "In dieses Risiko wollte ich mich nicht mehr begeben."
Beim Pay-TV-Sender Sky droht nach dem dritten offenbar auch das vierte Quartal hinter den Erwartungen zurückzubleiben. Bei der Präsentation der Geschäftszahlen werde es "keine Jubelstürme geben", heißt es in Unternehmenskreisen. Damit dürfte der zum 1. April 2010 scheidende Vorstandsvorsitzende Mark Williams sein Ziel verfehlt haben, den Sender nach dem Vorbild von Sky Italia zu sanieren. Dass mit Brian Sullivan vom britischen Schwesterkanal BSkyB ein Nachfolger berufen wurde, der bislang über keine Erfahrung im schwierigen deutschen Markt verfügt, stößt bei Führungskräften von Sky auf Unverständnis. Wie es heißt, verdankt Sullivan seinen neuen Job auch dem Umstand, dass er gut mit James Murdoch kann. Der Sohn des Medientycoons Rupert Murdoch, dem Hauptgesellschafter von Sky, verantwortet im Konzern seines Vaters das Europageschäft.
Andreas Möller , zuletzt Chefredakteur von Gruner + Jahrs eingestelltem Gesellschaftsmagazin "Park Avenue", hat eine neue Aufgabe: Er berät das Frauenmagazin "Emotion", das von Verlagsleiterin Katarzyna Mol im Zuge eines Management-Buy-Out von G+J übernommen wurde. Es erscheint nun im Inspiring Network Verlag mit Sitz in Eimsbüttel.
Trotz mitunter mieser Honorare geht ohne freie Journalisten in vielen Redaktionen gar nichts. Nun macht ihr Verband Freischreiber mit einer Kampagne auf sich aufmerksam: Unter www.freischreiber.de werden ab Montag sechs Wochen Heftspiegel von Zeitungen und Magazinen präsentiert - einmal mit und einmal ohne Artikel von Freien. Das Ergebnis: Bei "Brand Eins" entfallen 68 Prozent aller Stücke auf freie Autoren. Bei "Geo Saison", dem "Zeit Magazin" und "P.M." sind es über 50 Prozent. Noch nicht ausgewertet sind die "Stuttgarter Zeitung" und der "Feinschmecker". Zur Kampagne gehören auch Interviews mit den Chefredakteuren der vorgestellten Blätter sowie eine Analyse des Medienwissenschaftlers Stephan Weichert .
Äußerst schwierig gestaltet sich in der Bauer Media Group derzeit das Verhältnis zwischen Verlag und Belegschaft. Während der Betriebsrat das Zeitschriftenhaus mit einer Klage überziehen will, weil er von der plötzlichen Freistellung der Mitarbeiter von "Wohnidee" und "Laura Kreativ Wohnen" - das Abendblatt berichtete - nicht rechtzeitig informiert worden sei, werden die Drucker am Bauer-Standort Köln von Dienstag bis Donnerstag streiken. Ihr Betrieb soll geschlossen werden. Am Mittwoch werden sie zu einer Demonstration nach Hamburg kommen.













