Nokia Night of the Proms
Roxette feiert "Comeback des Jahres" in der Color Line Arena
Mit ihren Gänsehaut-Hits aus den Achtzigern legte Roxette ein emotionales Comeback hin. Viele Zuschauer hatten sieben Jahre darauf gewartet.
Marie Fredriksson und Per Gessle, zusammen Roxette, im Jahr 2006 in Köln.
Foto: dpa
Hamburg. Fast schien es, als hätte das Publikum der Nokia Night of the Proms nur auf Roxette gewartet. So frenetisch war der Jubel, als das schwedische Popduo sich unerwartet früh, bereits vor der Pause, auf die Bühne schlich und seinen Klassiker „Wish I could fly“ zum Besten gab.
Sicherlich, auch die traditionell anwesenden Künstler wie das 75-köpfige Orchester Il Novecento, der Chor Fine Fleur mit 16 Sängern und Moderator Uwe Bahn bedachte das Publikum mit höflichem Applaus und dem ein oder anderen Jubelruf.
Die ungarischen Gitarristen Peter und Zoltan Katona sowie Sängerin Christina Stürmer (27) schienen zwar nicht ganz in das übliche Revival-Programm zu passen – schließlich sieht das Konzept der Prom-Nacht vor, das im Schnitt nicht mehr ganz jugendliche Publikum mit den Stars vergangener Jahrzehnte zu erfreuen.
Trotzdem sang Stürmer angenehm unprätentiös in T-Shirt und lässigem Rock drei ihrer Hits und nahm es gelassen, als Moderator Uwe Bahn ihr zunächst einen Blumenstrauß in die Hand drückte - nur um in ihr gleich wieder abzunehmen. „Den brauche ich jetzt für den Gewinner des Blumenwalzers“, war die Erklärung. Denn auch das Publikum war wie gewohnt in die Veranstaltung eingebunden: Zu Tschaikowkis Blumenwalzer drehten sich die Paare im Innenraum und auf den Rängen und durften sich, von einzelnen Spots nacheinander angestrahlt, ebenfalls wie Künstler fühlen.
Nur kurz allerdings, denn trotz gefühliger Auftritte von Achtzigerjahre-Stars wie den Briten Alan Parsons und Heaven 17 sowie dem unvermeidlichen John Miles, war das Augenmerk des Publikums doch ganz klar auf eines gerichtet: das „Comeback des Jahres“, wie der Moderator den Auftritt von Marie Fredriksson und Per Gessele, wiedervereint als Roxette, betitelte.
Vor sieben Jahren sollten die Schweden bereits bei der Nokia Night of the Proms in Deutschland auftreten. 600.000 Karten waren verkauft, als einen Tag vor der Pressekonferenz ein Hirntumor bei Marie Fredriksson diagnostiziert wurde. Jahrelang schienen Tourneen unmöglich, beide Künstler wandelten kaum bemerkt auf Solopfaden.
Am Freitag und Samstagabend dann, beim Auftakt der Night of the Proms in der nahezu ausverkauften Color Line Arena, ihr emotionales Comeback: Mit fünf ihrer größten Hits wie „Joyride“, „Must have been love“ und „Listen to your heart“ begeisterten die Schweden das Publikum, das sich mit Standing Ovations und nostalgischen Begeisterungsstürmen bedankte.
So manch einer mag sich zwar erschrocken haben, wie alt Per und Marie geworden sind und wie schwer die Krankheit die Sängerin gezeichnet hat – die Falten im Gesicht unübersehbar, die Tanzeinlagen auf ein Minimum reduziert, Maries Stimme nicht mehr in der Lage, sich in höhere Tonlagen hinaufzuschwingen.
Und dennoch, da waren sie wieder, die gefeierten Stars aus den Achtziger- und Neunzigerjahren, als Hommage an ihre besten Jahre in blauem Glitzer-Outfit gekleidet, Marie Fredriksson immer noch so mädchenhaft schmal wie damals und mit ebenso kraftvoller Stimme. Und genauso wie damals jagten sie dem Publikum mit ihren Gänsehaut-Hits so manchen Schauder über den Rücken - und Tränen in die Augen.
Dass auch Roxette dieses Wiedersehen mit den Fans genossen haben, war kaum zu übersehen: Gigantische Videoleinwände machten das Strahlen und die Dankbarkeit über diesen Empfang auf den Gesichtern von Marie und Per für alle sichtbar.





Branchenbuch Hamburg
Trabrennbahn Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



