Sonntag, 27. Mai 2012, 01:17

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Naher Osten

Israel: Friedenspreis für jüdisch-arabisches Gesangs-Duo

Die beiden Sängerinnen Noa und Mira Awad haben den diesjährigen Haviva-Reik-Friedenspreis erhalten.

Jerusalem. Sie wurden am Donnerstagabend im israelischen Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva für ihren Einsatz um Verständigung zwischen Juden und Arabern geehrt. Die Jury des Friedenszentrums würdigte mit dem Preis die Bemühungen der beiden Frauen, „mit Musik auch in schwierigen Konfliktzeiten Brücken zwischen den Menschen zu bauen“. Vor allem durch ihre gemeinsamen Teilnahme am diesjährigen Eurovision Song Contest in Moskau hätten sie mit ihrem Song „There Must Be Another Way“ der ganzen Welt gezeigt, dass es einen anderen Weg gebe.

Die jemenitischstämmige Jüdin Ahinoam Nini (40) ist im Ausland unter ihrem Künstlernahmen Noa bekannt. Ihr musikalischer Stil reich von Pop über Rock und Country bis Folk. Zu ihrem Repertoire gehören auch religiöse Lieder. Unter anderem sang sie mehrfach vor Papst Johannes Paul II. eine englische Version des „Ave Maria“. Außer für ihre Musik ist Noa bekannt für ihr gemeinnütziges Engagement und ihren Einsatz für die israelische Friedensbewegung.

Seit mehreren Jahren tritt Noa auch gemeinsam mit palästinensischen Musikern auf, darunter Mira Awad (34). Die arabisch-israelische Schauspielerin und Sängerin ist Tochter eines christlich-palästinensischen Arztes und einer Bulgarin. 2009 nahm das jüdisch-arabische Duo für Israel beim Eurovision Song Contest teil. Palästinensische Intellektuelle hatten zuvor an Awad appelliert, nicht für Israel an dem Wettbewerb teilzunehmen, um „nicht den Schein von Normalität vorzutäuschen“.

Der Haviva-Reik-Friedenspreis wird seit 1994 jährlich von der Givat Haviva Educational Foundation USA und dem israelischen Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderen Daniel Barenboim, Kurt Beck, Sigmar Gabriel und Johannes Rau. Die Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva nördlich von Tel Aviv wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Das Zentrum und der Preis sind nach einer jüdischen Untergrundkämpferin benannt, die während des Zweiten Weltkriegs als Fallschirmspringerin hinter der deutschen Front über der Slowakei absprang, um ihrem Volk zu helfen. Sie wurde gefangengenommen und im November 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet. (kna/abendblatt.de)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus