David Knopfler in Delphis Showpalast
Dire-Straits-Gründer überzeugt mit Balladen und Rocksongs
Auch wenn Mark Knopflers Bruder David solo nicht die ganz große Karriere gemacht hat, bewies sein Gig im Showpalast: Mitleid braucht er nicht.
Musiker David Knopfler spielte in Delphis Showpalast in Hamburg.
Foto: Paulis
Hamburg. Die Werbespots seines Bruders Mark (60) für die nächste Tournee 2010 laufen seit Wochen zur besten Sendezeit im deutschen TV. David Knopfler (56) begnügt sich dagegen mit sehr schlichten Tour-Plakaten und stellt sich nach Konzerten selbst an den Verkaufsstand – schließlich verkaufen sich signierte CDs nun mal besser. Mitunter könnte man fast Mitleid ihm haben. Schließlich gründeten Mark und David Knopfler 1977 die Dire Straits, eine der bekanntesten Bands der Musik-Geschichte – doch nur Mark war das Glück der ganz großen internationalen Karriere vergönnt.
Wer indes David Knopfler Sonntag Abend im Delphis Showpalast erlebte, weiß, dass dieser Musiker kein Mitleid brauchte. Im Gegenteil: Im intimen Rahmen vor 600 Fans machte der Engländer einen völlig entspannten Eindruck. Vielleicht war der ehemalige Sozialarbeiter ohnehin nie einer für die ganz große Show – die Dire Straits verließ er schließlich schon 1980 zu Beginn ihres Erfolgswegs, genervt von der musikalischen Dominanz seines älteren Bruders.
David Knopfler spielt denn auch weder „Sultans of swing“ noch „Money for nothing“, sondern konzentriert sich auf sein eigenes Werk. Die musikalischen Gene kann er dennoch nicht leugnen – der Dire Straits-Sound ist unverkennbar. Zwei Lieder aus dieser Zeit spielt er denn auch. Veröffentlich wurden sie jedoch nie unter dem Dire-Straits-Label, Bruder Mark waren sie nicht gut genug.
David Knopfler hat dennoch seinen inneren Frieden gefunden. Wundervolle Balladen wechseln mit kernigen Rocksongs – musikalisch allesamt erstklassig. Schließlich kann sich David wohl auch dank der Dire-Straits-Tantiemen internationale Größen als Tourbegleiter leisten. Der herausragende Gitarrist Harry Bogdanovs zupfte schon für Elton John und Westernhagen, Bassist Pete Shaw und Schlagzeuger Geoff Dugmore arbeiten sonst für Christ Rea, Rod Stewart oder Tina Turner.
Nein, dieser kleine Bruder muss sich nicht verstecken. Zumal er den Großen zumindest virtuell austricksen konnte. Denn hinter www.knopfler.com verbirgt sich David – und nicht der weltberühmte Mark. Wer den übrigens in der Colorline-Arena erleben möchte, muss sich schon mal den 16. Juni 2010 reservieren. David dagegen spielt schon am heutigen Montag wieder in der Gegend. Um 20 Uhr in Lüneburg. In der Vamos-Kulturhalle.





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