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Kultur & Live

Elbphilharmonie

Lob für Rohbau: "Es steckt so viel Inspiration und Phantasie darin!"

Eine Medien-Delegation, u. a. aus den USA und China, zeigte sich beeindruckt vom kühnen Konzertsaal-Entwurf der Architekten Herzog & De Meuron.

Ausländische Journalisten machen im Herbst 2009 eine Baustellenbesichtigung der Elbphilharmonie in Hamburg.
Foto: Pressebild.de/ Bertold Fabricius

Hamburg. Hamburg wirbt für seine Kultur: Auf Einladung von Hamburg Marketing und der Hamburgischen Staatsoper waren neun internationale Journalisten in der Stadt, um sich gleich zwei Kultur-Schwergewichte anzuschauen: die „Siegfried“-Premiere in der Staatsoper und die Baustelle der Elbphilharmonie. Aus den USA, Schweden und Norwegen, aus Österreich, China und Großbritannien waren sie angereist, um zu erleben, womit Hamburg jetzt schon und künftig über seine Grenzen hinaus bekannt werden will.

Der Blick in den neuen Konzertsaal – im Akustikmodell im Elbphilharmonie-Pavillon an den Marco-Polo-Terrassen und in echt oben im 12. Stock des Rohbaus, wo immerhin die äußere Schale schon zu erkennen ist – imponiert ohne Frage. Auch dem Chinesen Yin Wang, dem Kulturreporter von "Southern Weekly". Ihn, der aus einer Stadt rasantester Erneuerung kommt, beeindruckt vor allem der kühne Entwurf von Herzog & De Meuron. „In Shanghai geht es vor allem darum, das möglichst groß und hoch gebaut wird. Hier ist schon der Entwurf einfach fastastisch.“ Er meint es im Wortsinn: „Es steckt so viel Inspiration und Phantasie darin – allein dieses wunderbar geschwungene Dach.“

Schon beim Gang über die Baustelle kommen die ersten Fragen: „Wie will man in Hamburg das Publikum für den neuen Saal finden, wenn die Musikhalle bestehen bleibt?“ Catherine Jones, vom „Liverpool Echo“ sucht nach der Antwort: „Es bleiben ja noch zweieinhalb Jahre, die Hamburg gut nutzen muss. Die Menschen müssen verstehen, was für eine riesige Chance die neue Konzerthalle ist – und die Macher müssen bis zu Eröffnung große Begeisterung wecken für das, was darin gespielt wird.“ Sie ist sich sicher: „Wenn man es klug anpackt, kann es funktionieren.“

Das findet auch Christoph Wellner vom Wiener „Radio Stephansdom“: „Es gibt selbstverständlich noch viel Platz für neue Konzerte in Hamburg, man muss den Leuten nur helfen, sie zu entdecken und zu verstehen, was da alles zu hören ist.“ Er fand den Wiener Christoph Lieben-Seutter bisher eher mutig, der als Generalintendant von Wien nach Hamburg gegangen ist, lange bevor die Halle fertig wird. „Aber jetzt, bei dem, was hier schon zu sehen ist und wächst, kann man ihm nur gratulieren: Das ist eine riesige Chance.“ Education-Programme und gut beworbene Top-Konzerte sowie eine klare und einladende Preisstruktur werden helfen, das Haus zu füllen.

Sorgen um das Kultur-Image der Stadt macht sich Karen Zanker von popmatters.com, einem Kulturangebot im Internet, das in Chicago zu Hause ist. „In Hamburg gibt es so viele unterschiedliche großartige Dinge, dass man Angst bekommt, dass sich das in der Werbung verzettelt: Reeperbahn-Festival, Elbphilharmonie, Beatles, Oper ...“ Sie ist sehr erstaunt, als sie erfährt, dass sich Hamburg bisher im Wesentlichen als Hafenstadt darstellt und dass aus der Kultur meistens nur die Musicals als Werbeargument im Vordergrund stehen. „Da wird ein großer Reichtum nicht genutzt.“ Sie sieht die Elbphilharmonie als Landmark, als Wahrzeichen, das das Bild der Stadt im Ausland prägen wird – „mit ihm sollte man sehr klug und offensiv umgehen.“

Dass sich dann mit der "Siegfried"-Premiere auch das Opernhaus an der Dammtorstraße von seiner Sonnenseite zeigte, überzeugte auch die Journalisten, denen bei Hamburg und Kultur bisher nur die Beatles in den Sinn gekommen waren.

 

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