Menschlich gesehen

Sie liebt Deutsch

Wenn eine ihre Vaterstadt Genf zu eng findet, zu bürgerlich, zu calvinistisch: Käme man da auf die Idee, dass es sie ausgerechnet nach Hamburg verschlagen würde? Von der frankofonen Banker- und Versicherungsstadt am See in die platte Kaufmannsstadt am Fluss? "Ich wollte nie nach Hamburg", sagt Sarah Hildebrand, 35, Fotografin, Zeichnerin, Schriftstellerin. Aber die Liebe und die Kunst, sie führen uns oft andere Wege als die, von denen wir glaubten, sie seien uns bestimmt. Deshalb lebt Hildebrand in Hamburg und ist mittlerweile ziemlich glücklich hier. Am heutigen Sonnabend wird sie mit rund 30 Kolleginnen und Kollegen für die Schaulustigen und die Scheuklappenfreien der Hansestadt Hamburg ihre nagelneuen Atelierräume in einem alten Gebäude in Bahrenfeld öffnen: im Achterhaus.

Hildebrand, Tochter eines Schriftstellers, der alles über Jean-Jacques Rousseau weiß und nicht begreifen kann, was seine Tochter an der deutschen Sprache findet, liebt Deutsch. "Es strukturiert mich sehr", sagt sie. "Und im Französischen kann man nicht so gut Wörter erfinden wie im Deutschen." Hildebrand schreibt zweisprachig, sie ist eine passionierte Reisende. Und Künstlerin mit Leib und Seele.

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