Tom Jones in Hamburg
3000 Fans und ein roter Slip für den Tiger
69 Jahre ist er nun schon alt. Trotzdem begeisterte Tom Jones 3000 Fans im CCH und plant neuen Hit mit „Sex-Bomb"-Produzent Mousse T.
Tom Jones, hier bei einem Konzert in Dublin, schaffte es auch mit 69 Jahren die 3000 Fans im CCH zu begeistern.
Foto: Getty
Hamburg. Die leere Messehalle im CCH ist kein Ort für einen Tiger. Grelles Licht, Teppichboden, tausende von Klappsitzen mit einem Bezug von hellem Holzfurnier. Doch Tom Jones schafft es auch mit 69 Jahren erstens so eine Halle zu füllen, zweitens, wenn das Licht gedimmt und die Scheinwerfer rotleuchtend auf ihn gerichtet sind, die Trostlosigkeit einer Mehrzweckhalle mit einem Hüftschwung vergessen zu machen.
Am Mittwochabend gelang ihm dies jedenfalls für die stattliche Zeit von zwei Stunden oder auch 25 Liedern. Als Staubsaugervertreter in Wales hat „Tommy“ einst angefangen. Der Blues von einst liegt immer noch in seiner Stimme, die nichts von ihrer Fülle verloren hat. Das Konzert begann er furios mit „Sugar Daddy“, ein Lied seines neuen Albums, das Bono und The Edge von U2 für ihn geschrieben haben, furios, weil wohl kein Titel besser zu ihm passt als dieser.
Spätestens beim dritten Lied „Delilah“ hatte er die rund 3000 Konzertbesucher zum Schunkeln animiert und das Schweigen der Halle gebrochen. Und, ja, ein roter Slip wurde auf die Bühne geworfen. Es war nicht Größe S. Nach ein paar weiteren Hits wie „Hard to handle“ oder „Mama told me not to come“, beglückte Jones seine Fans im reiferen Alter mit ein paar unbekannteren House und Euro-Pop-Nummern, die allerdings nicht so großen Anklang fanden.
Zum Schluss brachte er das, worauf die Menge gewartet hatte. Er zog sein Lederjacket zu „You can leave your hat on“ aus. Entblößte das, wofür der Ehemann zuhause in Quarantäne müsste, ein absolut großflächig verschwitztes Seidenhemd in rot. Man nimmt es ihm nicht übel. Dem Tiger Tom Jones. Übrigens „Sex Bomb“ spielte er auch noch und Mousse T, der Produzent seines wohl kommerziell erfolgreichsten Hits, war auch im Publikum.
Beide planen zusammen eine neue Nummer. Dieses Mal soll das Thema Sex subtiler im Text verarbeitet werden, sagte Mousse T. Ob mit weniger Sex die Tom Jones Fans zufrieden sein werden? Wo doch ein ein Hüftschwung manchmal so viel mehr sein kann als plumpe Worte. Den kann Jones jedenfalls noch.




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