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Kultur & Live

Anzeigenkrise trifft Gruner+Jahr

Bernd Buchholz: "Keine Anzeichen für Erholung"

Beim Verlag Gruner + Jahr verminderten sich die Werbe-Erlöse um 23 Prozent. G+J-Chef Bernd Buchholz sieht auch die Lage für 2010 kritisch.

Der Vorstandsvorsitzende des Verlags Gruner+Jahr (G+J), Bernd Buchholz, mit einer aufgeschlagenen Financial Times in Hamburg.
Foto: dpa/DPA

Hamburg. Die Anzeigenkrise hat den Großverlag Gruner+Jahr (G+J) im ersten Halbjahr schwer getroffen. Die Werbeerlöse verminderten sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 23 Prozent auf 374 Millionen Euro, teilte die Bertelsmann-Tochter am Dienstag in Hamburg mit.

Der Konzernumsatz ging um 10,6 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zurück. „Derzeit sehen wir noch keine Anzeichen für eine Erholung in unseren Kernmärkten“, sagte G+J-Chef Bernd Buchholz. „Wir gehen davon aus, dass das Anzeigengeschäft 2010 weiterhin schwierig bleiben wird."

Die bereits eingeleiteten Programme zur Strukturanpassung und Kostensenkung würden deshalb fortgesetzt und erweitert. Durch konsequentes Kostenmanagement sei es gelungen, den Umsatzrückgang zumindest teilweise auszugleichen. Ohne Sondereffekte sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit 55 (Vorjahreszeitraum: 117) Millionen Euro positiv und entspreche einer Rendite von 4,5 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Mit Sondereffekten weist G+J einen EBIT-Verlust von 57 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 106 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. „G+J ist weiterhin frei von Finanzschulden, mit einer komfortablen Cash-Position ausgestattet, finanziell kerngesund und investitionsbereit“, sagte Buchholz.

Bislang habe G+J durch Strukturanpassungen, Altersteilzeit und Einstellungsstopp die Personalkosten um rund acht Prozent reduzieren können. Gestartet wurde der Umbau des Kerngeschäfts mit der Zusammenführung der Wirtschaftsmedien, wo die Redaktionen von „Capital“, „Impulse“, „Börse Online“ und „Financial Times Deutschland“ zusammengelegt wurden. „Der Umbau der Wirtschaftsmedien war publizistisch ein Erfolg“, erklärte der G+J-Chef. „Die Blätter sind alle weiterhin journalistisch hervorragend gemacht.“ dpa

 

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