28.02.13

LIVE-Tipp The Box: Edle Möbel, leckere Crêpes

Petra Schwab

Foto: The Box

In Ottensens historischem Borselhof hat der Konzeptshop The Box das Theater in der Basilika ersetzt

Der Name schon ist hanseatisches Unterstatement: The Box steht keineswegs für ein schachtelartiges Lädchen, sondern für eine riesige Halle. 22 Jahre war sie Spielstätte des Theaters in der Basilika im Borselhof. Zehn Monate nach dem Aus des Privattheaters eröffnete hier ein "Concept Store". Solche angesagten Läden bieten meistens ein Sortiment von Möbel-Kleinserien, ausgefallenen Accessoires und jungen Mode-Labels.

The Box kommt ohne Mode aus, zeichnet sich stattdessen durch Buch-Raritäten, Bildbände, moderne Kunst und seltene Vintage-Stücke aus. Etwa kalifornische Bridge-Chairs aus den 30er-Jahren oder ein Philippe-Starck-Bett aus dem 1991 eröffneten New Yorker Hotel Royalton. Avantgardistische Designobjekte finden sich in der "Lazy Dog"-Design Galerie, die aus ihrer Citylage in den Borselhof umzog.

Zusammen sind es fünf Läden auf grandiosen 800 Quadratmetern, auf denen natürlich auch Kulinarisches geboten wird: Im The-Box-Café kann man sich mit bretonischen Snacks stärken. Die Spezialität: süße Crêpes und Galettes - das sind herzhaft gefüllte Buchweizen-Pfannkuchen: "Jérôme", mit Parmaschinken und Spinat, oder "Hercule", mit Schinken und Zwiebelconfit. Dem heutigen Hype ums Kochen folgt "One Kitchen", ein Laden für Küchenwerkzeuge, die jeweils in den Versionen "basic", "premium" und "cool" angeboten werden. Das Ganze: eine große Wunderkiste für Style-Utensilien.

Die drei Macher von The Box haben sich eine perfekte Spielwiese für ihre jeweilige Profession geschaffen. Monika Brune kennt die Einrichtungsbranche als Public-Relations-Agenturchefin. Professor Rainer Groothuis , "einer der bedeutendsten Buch- und Medien-Gestalter" - so die Hamburger Kulturbehörde - ist verantwortlich für den Buch-Shop. Christian Peters schließlich gehört die Immobilie. Er ist Projektentwickler einiger Hamburger Renommierobjekte: Altes Gaswerk in Bahrenfeld, Westend in Ottensen, Strandhotel in Blankenese und natürlich der Borselhof selbst. Hier um die Ecke ist er schon zur Schule gegangen.

Den Borselhof hätte er weiterhin gern an ein Theater vermietet, aber zurzeit sind Subventionen, die für das Überleben kultureller Projekte nötig sind, nicht zu erwarten. Also haben Peters und seine Mitstreiter die denkmalgeschützte Halle selbst bespielt.

Die ausgesprochen gute Atmosphäre von The Box kommt durch die alte Substanz, die aufwendig inszeniert wird. Ein neuer Boden etwa aus Eichenbalken passt so perfekt in die Fabrikhalle, weil das Holz nicht nur mit kantigen Nägeln und Wasser bearbeitet und dann ausgiebig geölt wurde. Es hat authentische Alterungsspuren insbesondere dadurch erhalten, dass Experten es kurz in Brand setzten.

The-Box-Fans wissen ästhetische Feinheiten zu schätzen und interessieren sich auch für den Ort als Miet-Location für außergewöhnliche Feiern mit bis zu 200 Gästen.

The Box Borselhof (S Altona + Bus 2, 37, 150), Borselstraße 16F, T. 39 90 62 14; www.thebox-hamburg.com