22.01.13

Nach Säure-Attentat

Moskauer Ballettchef wird erneut operiert

Russische Ärzte kämpfen weiter um das Augenlicht von Sergej Filin. Das Bolschoi Theater ernannte unterdessen eine Übergangsleiterin.

Foto: AFP
Sergej Filin, der Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters, ist vergangene Woche von einem Unbekannten mit Säure überschüttet worden
Sergej Filin, der Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters, ist vergangene Woche von einem Unbekannten mit Säure überschüttet worden

Moskau. Nach einem Säureanschlag ist der Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters, Sergej Filin, erneut im verätzten Gesicht operiert werden. Der Eingriff am schwer verletzten Patienten sei erfolgreich verlaufen, teilte die Moskauer Gesundheitsbehörde am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit.

Übergangsweise übernimmt die Ballerina Galina Stepanenko (46) den umkämpften Posten, wie Bolschoi-Sprecherin Katerina Nowikowa sagte. Generalintendant Anatoli Iksanow betonte, das Amt sei in Absprache mit dem Ballettchef besetzt worden.

Für diesen Mittwoch ist eine erneute Operation geplant, um Filins Augenlicht zu retten. Vor allem das rechte Auge ist schwer verletzt. Noch immer ist unklar, ob der 42-Jährige nach der Attacke eines Unbekannten vom vergangenen Donnerstagabend seine volle Sehkraft wiedererlangen wird.

Filin zeigte sich indes kämpferisch und machte erstmals klar deutlich, dass er in sein Amt zurückkehren wolle. "So wie ich das Ballett des Bolschoi Theaters geführt habe, werde ich es fortführen", sagte er der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". "Assistenten und Künstler rufen mich an, schicken mir Dokumente, besuchen mich." Der Angriff hänge mit seiner Arbeit zusammen. Allerdings nannte er erneut keine konkreten Motive oder Verdächtigen. "Ich verliere die Hoffnung nicht. Manchmal kann ich alle Finger einer Hand sehen, das macht mich optimistisch und hoffnungsvoll", sagte der Ballettmeister.

Unterdessen wurde ein Angriff auf einen weiteren Bolschoi-Künstler bekannt. Jewgeni Kulesch sei bereits am 12. Januar von einem Unbekannten attackiert worden, teilte die Moskauer Polizei mit. Dabei seien ihm sein Handy und Geld geraubt worden.

(dpa)
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