08.01.13

Niedersachsen-Wahl im NDR

Medien-Experte: McAllister hat es bei TV-Duell schwerer

60 Minuten haben die Spitzenkandidaten von CDU und SPD, David McAllister und Stephan Weil, Donnerstag beim TV-Duell Zeit, für sich zu werben.

Foto: HA / A.Laible
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU)
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU)

Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat es laut Medienwissenschaftler Wilfried Köpke beim TV-Duell der Spitzenkandidaten zur Niedersachsen-Wahl schwerer als SPD-Herausforderer Stephan Weil.

"Er hat die schwierigere Position, weil er im Land eine größere Bekanntheit genießt", sagte Köpke der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Zwar sei McAllisters hoher Bekanntheitsgrad generell ein Bonus, jedoch hätten die Zuschauer dadurch eine höhere Erwartungshaltung.

Am 20. Januar wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Zehn Tage vorher liefern sich am Donnerstagabend McAllister und Weil im NDR-Fernsehen das einzige Fernsehduell. Laut Umfragen könnte nach zehn Jahren die Regierungszeit von CDU und FDP ein Ende finden. Grund ist die Krise der FDP, deren Einzug in den Landtag noch unsicher ist.

"Es wird daher sehr interessant sein, wie McAllister sich gibt", betonte Köpke. Nur "staatstragend" sei sicherlich zu wenig, zumal auch Weil von seinem Typ her seriös und erfahren wirke. Entscheidend werde daher sein, wie die beiden unterschiedlichen Charaktere im Duell miteinander umgingen. "Weil ist eher der solide Verwalter der Landeshauptstadt, McAllister der jugendlich wirkende Amtsinhaber."

Der Stellenwert eines TV-Duells im Wahlkampf sei generell eine Frage der Perspektive, betonte Köpke. "Stammwähler suchen sich in der Sendung von ihrem Favoriten eine Bestätigung ihrer Meinung", sagte Köpke. Daher sei es für beide Teilnehmer wichtig, möglichst nah an deren Lebenswirklichkeiten heranzukommen. Dagegen sei inzwischen klar, dass bei politisch uninteressierten Nichtwählern auch durch die Fernsehübertragung keine Neugier geweckt werden könne.

"Für die Parteien was zu gewinnen gibt es daher nur bei den politisch interessierten, aber noch unentschlossenen Wechselwählern", betonte Köpke. Da deren Zahl stetig steige, würden TV-Duell wichtiger. "Wer aber persönlich bereits politisch aufgestellt ist, kann durch die richtigen Argumente gewonnen werden."

Dabei seien die Argumente der Redner nicht der wichtigste Faktor zur Überzeugung der Wähler. "Gestik und Mimik sind für 50 bis 65 Prozent der Zuschauer entscheidend, 30 Prozent achten auf Sprache und Niveau, auf die reine Information achten nur bis zu 20 Prozent", betonte Köpke. Somit hänge in erster Linie von der Körpersprache ab, wer am Ende als Sieger aus dem Duell hervorgehe.

(dpa)
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