Neuausrichtung
Stiftung Historische Museen Hamburg wird verkleinert
Neben dem Freilichtmuseum Rieckhaus werden auch das Helms-Museum und das Museum für Bergedorf und die Vierlande die Stiftung verlassen.
Hamburg. Dass die Stiftung Historische Museen Hamburg verkleinert werden soll, war schon seit Langem klar, doch seit gestern ist es amtlich: Durch Senatsbeschluss werde das Archäologische Museum Hamburg/Helms-Museum sowie das Museum für Bergedorf und die Vierlande und das Rieckhaus die Stiftung zum 1. Januar 2013 verlassen. Die fachliche Leitung auch der Bergedorfer Häuser bleibt jedoch bei der Kulturbehörde. Während für das Helms-Museum im Prinzip wieder der Zustand vor dem Stiftungszusammenschluss hergestellt wird, handelt es sich bei den beiden anderen aus dem Stiftungsverband ausscheidenden Häusern um bisherige Außenstellen, die jetzt von den ehemaligern Haupthäusern getrennt und dem Bezirksamt Bergedorf unterstellt werden.
Dass dafür weniger sachliche als politische Argumente ausschlaggebend waren, ist innerhalb der Museumsszene kein Geheimnis. Die Kosten der Ausgliederung wurden mit 110 000 Euro für 2013 und 206 000 Euro für 2014 beziffert. Aufgebracht werden sie von der Kulturbehörde. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Wersich kritisierte: "Die politisch herbeigeführte Spaltung der historischen Museen ist kein Sieg für Senatorin Kisseler und kein Sieg für Hamburgs Kultur. Im Gegenteil, diese Spaltung verursacht zusätzliche Verwaltungs- und Bürokratiekosten. Diese wiederum müssen vom ohnehin schon gekürzten Kulturhaushalt abgeknapst werden." Die prekäre Lage der Historischen Museen war allerdings unter einem CDU-geführten Senat entstanden: Die von der früheren Kultursenatorin Karin von Welck 2008 vollzogene Zusammenlegung der vier stadtgeschichtlichen Museen zur Stiftung Historische Museen hatte die alten finanziellen Schwierigkeiten der Einzelhäuser nicht gelöst und neue strukturelle Probleme geschaffen, ohne dass die Stiftung als gemeinsame Einheit jemals wirklich funktioniert hätte.
Gestern kündigte Kultursenatorin Barbara Kisseler auch eine Neuausrichtung der künftig verkleinerten Stiftung Historische Museen an, die eine neue Leitungs- und Organisationsstruktur erhalten soll. Die Direktoren von Hamburgmuseum, Altonaer Museum und Museum der Arbeit dürfen ihre Häuser zwar weiterhin leiten, allerdings unter einem neuen Alleinvorstand, dessen Stelle demnächst ausgeschrieben wird. Wie schon in früheren Senatsdrucksachen ist erneut von inhaltlicher Profilierung, Synergien und dem Bündeln der Ressourcen die Rede.
Kultursenatorin Barbara Kisseler bezeichnete sich als "zumindest teilweise glücklichen Menschen", als sie verkündete, dass jetzt "der dauerhafte Erhalt der ehemals staatlichen Museen erstmals gesetzlich festgeschrieben worden" sei.















