Chinesische Autoren
Der Friedenspreisträger kritisiert den Literaturnobelpreisträger
Liao Yiwu nimmt am Sonntag den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. Kritik an Auszeichnung seines Landsmanns Mo Yan.
Hamburg/Frankfurt/Main. Der im Exil lebende chinesische Autor Liao Yiwu nimmt am Sonntag in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. An der Verleihung der renommierten Auszeichnung, die mit 25.000 Euro dotiert ist, nimmt in der Paulskirche auch Bundespräsident Joachim Gauck teil.
Sprachmächtig und unerschrocken habe Liao gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt – so hat der Dachverband der Buchbranche den Preis an den politisch verfolgten Autor begründet, der im vergangenen Jahr aus China nach Deutschland geflüchtet ist. "Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rand der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal."
Der 54-Jährige hält in seinen Büchern auch die Erinnerung an die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 wach.
Kritik vom Landsmann
Der in Berlin lebende chinesische Autor Liao Yiwu, der am Sonntag den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält, kritisiert die Auszeichnung seines Landsmanns Mo Yan mit dem Nobelpreis für Literatur. "Ich bin fassungslos", sagte er in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" laut Vorabmeldung von Sonnabend. Mo Yan sei ein Staatsdichter. Der Schriftsteller zöge sich, "wenn es darauf ankommt, ... in seine Welt der Kunstfertigkeit zurück". Er erhebe sich damit über die Wahrheit, sagte Liao. Seine Freunde in China fragten sich angesichts des Nobelpreises für Mo Yan, ob sich der Westen als Verlängerung, als Erweiterung des chinesischen Systems verstehe.















