Hamburg
NDR-Drehbuchaffäre: Urteil für Dienstag erwartet
In dem Prozess um die Drehbuchaffäre im NDR wird am Dienstag das Urteil gegen die 69 Jahre alte Doris Heinze erwartet.
Hamburg. Im Prozess gegen die frühere Fernsehfilmchefin des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Doris Heinze, wird am Dienstag (2. Oktober) ein Urteil erwartet. Das Hamburger Landgericht wollte es eigentlich schon vor knapp zwei Wochen fällen, doch Plädoyers und Urteil waren durch neue Beweisanträge der Verteidigung verzögert worden. Auch am Montag stellte die Verteidigung einen neuen Beweisantrag, den der Vorsitzende Richter nun prüfen will. Dennoch rechnete der Richter damit, dass am Dienstag die Plädoyers gehalten werden und das Urteil fällt.
Die 63-jährige Heinze soll dem NDR als Filmchefin jahrelang Drehbücher von sich und ihrem Mann unter Pseudonym untergeschoben haben. Ihr werden Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Die Drehbuchaffäre beim NDR war vor drei Jahren aufgeflogen. Seit Juli läuft der Prozess. Angeklagt sind auch Heinzes Mann Claus Strobel und die Produzentin Heike Richter-Karst.
Heinze hat vor Gericht bereits zugegeben, unter den Decknamen "Marie Funder" und "Niklas Becker" Drehbücher von sich und ihrem Ehemann beim NDR eingeschleust zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der langjährigen NDR-Fernsehspielchefin unter anderem verbotene Absprachen mit der Filmproduzentin vor. Auch Heinzes Mann und die Produzentin – sie war früher Geschäftsführerin einer TV-Produktionsgesellschaft in München - stehen vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts.
Der Prozess läuft seit Anfang Juli. Die Plädoyers waren bereits am vergangenen Verhandlungstag Ende September erwartet worden - zahlreiche Anträge des Anwalts der Filmproduzentin hatten dies aber ebenfalls verhindert. Einzelne Vorwürfe gegen das Trio hat das Gericht inzwischen eingestellt – etwa den, dass Heinze ein fast identisches Drehbuch ("Dienstage mit Antoine" und "Dienstage mit Marie") doppelt verkauft haben soll.















