29.09.12

"Eintagsfliegen"

Neuer Gedichtband: Grass provoziert wieder Israel

Grass würdigt den wegen Spionage zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilten israelischen Nukleartechniker Mordechai Vanunu als "Held unserer Tage".

Foto: DPA
Günter Grass
Der Literaturnobelpreiträger Günter Grass gibt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Große Romane der Weltliteratur" in Hamburg eine Lesung. In seinem neuen Gedichtband "Eintagsfliegen" liefert Günter Grass wieder Zündstoff für politische Kontroversen mit Israel

Lübeck. In seinem neuen Gedichtband "Eintagsfliegen" liefert Günter Grass wieder Zündstoff für politische Kontroversen mit Israel. Der deutsche Literaturnobelpreisträger würdigt den wegen Spionage zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilten israelischen Nukleartechniker Mordechai Vanunu als "Held unserer Tage" und "Vorbild". Der Band kommt an diesem Wochenende in den Buchhandel.

Vanunu hatte 1986 im Ausland das geheime Nuklearprogramm Israels öffentlich gemacht. Der israelische Geheimdienst Mossad lockte ihn danach nach Rom und entführte ihn per Schiff nach Israel, wo er vor Gericht kam. In seinem Gedicht ruft Grass zwischen den Zeilen zum militärischen Geheimnisverrat auf – überall dort in der Welt, wo Vernichtungswaffen hergestellt werden.

Bereits im April hatte Grass mit dem Gedicht "Was gesagt werden muss" Israels Regierung verärgert. Innenminister Eli Jischai sprach gegen den deutschen Dichter ein Einreiseverbot aus. Grass hielt in dem Text Israel vor, mit seinen Atomwaffen den ohnehin brüchigen Weltfrieden zu gefährden und das Recht auf einen militärischen Erstschlag gegen Irans Atomanlagen zu beanspruchen.

Grass hat die zunächst in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichte Fassung des Gedichts für den neuen Gedichtband überarbeitet: So heißt es jetzt nicht mehr, die "Atommacht Israel" gefährde den Weltfrieden, sondern "die gegenwärtige Regierung der Atommacht Israel".

(dpa)
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Literaturnobelpreis für Schweden Tranströmer

Literaturnobelpreis für Schweden Tranströmer

Der Nobelpreis für Literatur
  • „Das Ausgezeichneste”

    Der Nobelpreis für Literatur gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt und wird seit 1901 fast jährlich vergeben.

     Stifter des bedeutenden Preises ist der schwedische Industrielle Alfred Nobel. In seinem Testament hatte er ihn nach Physik, Chemie und Medizin als vierte Preiskategorie bestimmt. Nach dem Willen des Unternehmers soll ihn derjenige erhalten, „der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat“. Das Werk soll von hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen.

     Der von der Schwedischen Akademie vergebene Literaturpreis ist mit

    10 Millionen Schwedischen Kronen (gut 1,1 Millionen Euro) dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm überreicht. (dpa)

  • Vergabe nach uralten Regeln

    Die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Sprach-Akademie richten sich nach Regeln, die auf die Gründung des Gremiums 1786 zurückgehen. Die Akademie hat in der Regel 18 Mitglieder. Sie werden von der Akademie selbst auf Lebenszeit gewählt.

    Die Auswahl der Kandidaten verläuft schrittweise. Zuerst lädt das für drei Jahre aus den Reihen der Akademie gewählte fünfköpfige Nobelkomitee 600 bis 700 Personen und Organisationen dazu ein, Vorschläge für das kommende Jahr zu machen.

    Bis zum 31. Januar müssen die Vorschläge in Stockholm vorliegen. Das Nobelkomitee erstellt Namenslisten, die in der Akademie schließlich auf fünf Kandidaten reduziert werden. Die Akademie-Mitglieder beschäftigen sich dann mit dem Werk der Nominierten. Anfang Oktober wird der Preisträger durch Wahl bestimmt. Er muss mehr als die Hälfte der Stimmen aller Akademiemitglieder bekommen. (dpa)

  • Die Preisträger seit 2000

    2011: Thomas Tranströmer (Schweden)

     

    2010: Mario Vargas Llosa (Peru/Spanien)

     

    2009: Herta Müller (Deutschland)

     

    2008: J.M.G. Le Clézio (Frankreich)

     

    2007: Doris Lessing (Großbritannien)

     

    2006: Orhan Pamuk (Türkei)

     

    2005: Harold Pinter (Großbritannien)

     

    2004: Elfriede Jelinek (Österreich)

     

    2003: John M. Coetzee (Südafrika)

     

    2002: Imre Kertész (Ungarn)

     

    2001: V.S. Naipaul (Trinidad und Tobago/Großbritannien)

     

    2000: Gao Xingjian (China/Frankreich)

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