Grundsteinlegung auf jüdischem Friedhof

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Hamburg. Der weltberühmte jüdische Friedhof in Altona wird demnächst für Besucher leichter zugänglich sein. In Anwesenheit von Kultursenatorin Karin von Welck, Landesrabbiner Dov-Levy Barsilay und Andreas C. Wankum, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Hamburg, wurde gestern der Grundstein für ein Eingangs- und Informationsgebäude gelegt. "Die Jüdische Gemeinde Hamburg freut sich über die Unterstützung der Stadt, dieses Symbol jüdischer Vergangenheit breiten Schichten zugänglich und verständlich zu machen", erklärte Wankum. Er fügte aber hinzu, die Jüdische Gemeinde sei nicht allein ein historisches Phänomen. Wichtig sei vor allem "die Stärkung des jüdischen Lebens heute und morgen in unserer Stadt".

Karin von Welck sagte in ihrem Grußwort: "Ich freue mich, dass der Friedhof als Zeugnis jüdischen Lebens in der Hansestadt sich den Besuchern nun stärker öffnet." Das Empfangsgebäude soll im Herbst dieses Jahres vollendet sein. Dann wird es dort einen Pförtner geben und auch eine Ausstellung mit Informationen über die Geschichte des Friedhofs. Außerdem soll die Anzahl der Führungen über das Gräberfeld erhöht werden.

Zu den Grundsätzen des jüdischen Glauben gehört die Unantastbarkeit der Gräber, denn die Ruhe der Toten darf niemals gestört werden. Daher sind jüdische Friedhöfe, auch wenn sie nicht mehr belegt werden, über Jahrhundert bestehen geblieben - sofern sie nicht in der NS-Zeit geschändet wurden.

Der jüdische Friedhof Altona, der glücklicherweise vor der Zerstörung bewahrt blieb, gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Judentums in Nordwesteuropa. 1611 von sephardischen Juden angelegt, kam 1616 auch ein Bereich für aschkenasische Juden hinzu. Seit 1869 finden hier keine Begräbnisse mehr statt.

Schon vor einigen Jahren begann ein umfangreiches Forschungs- und Restaurierungsprojekt, das von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg koordiniert wird. In Abstimmung zwischen der Jüdischen Gemeinde Hamburg und dem Denkmalschutzamt soll ein Wegekonzept entwickelt werden, das das Gräberfeld für Besucher erfahrbar werden lässt.

  • Führungen sind schon jetzt zu bestimmten Zeiten möglich. Die nächsten Termine sind am 29. April, am 6., 13. und 20. Mai, am 13. und am 17. Juni, jeweils 12 Uhr. Der Treffpunkt ist immer 12 Uhr vor dem Friedhofstor Königstraße (S-Bahn Reeperbahn oder Königstraße), Kosten 3 Euro.

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