Kunst belebt das urbane Ödland

Ding Dong!

HAMBURG. Drei Wochen sind kurz. Und doch lange genug, um den Unterschied zu sehen. Eine lebende und wachsende Kunstbaustelle wollte das von der Senseo Art Initiative ins Leben gerufene Ding-Dong!-Kunstfestival sein, das Anfang April in der alten Karstadt-Ruine in der Großen Bergstraße von Altona begann.

Seitdem sind hier begehbare Styroporobjekte, mobile Minigärten oder Kurzfilme entstanden. Kinder toben mit frisch kreierten Ballon-Skulpturen. Und der Künstler Kenichiro Taniguchi hat mit Besuchern Tag für Tag Risse und Löcher in Altonas Fassaden aufgespürt und als Stahlobjekte nachgebildet. Wenn sich heute die Türen von Ding Dong! zur Finissage ein letztes Mal öffnen und schließen, hatten die Veranstalter insgesamt 30 000 Besucher. Mit 10 000 hatte man gerechnet.

Ein Erfolg, der vor allem das Ziel, das urbane Ödland der Großen Bergstraße wiederzubeleben, vorangebracht hat. "Man spürt hier eine echte Aufbruchstimmung", findet Projektleiter Derek Richards. Damit meint er speziell das kreative Miteinander, das sich rund um die heruntergekommene Einkaufsmeile entwickelt hat. So wie am Mittwoch erst, als auf dem Jessenplatz die Skulptur "Große Bergstraße 173" des Künstlers Andreas Oldörp eingeweiht wurde. Und anschließend die privaten Sponsoren Agnes und Gunter Lienau den Abend mit Bezirksamtsleiter Hinnerk Fock und den übrigen Gästen beim Ding-Dong!-Festival ausklingen ließen. "Die Leute in Altona haben verstanden, daß alle an einem Strang ziehen müssen, damit sich etwas tut", sagt Derek Richards. Und es wird sich wohl auch in Zukunft noch einiges bewegen. Schon am 11. Mai beginnt im Gebäudekomplex "Forum" neben Karstadt das von der Kulturbehörde geförderte Kunstprojekt "Stile der Stadt".

  • Ding-Dong!-Kunstfestival . Finissage heute ab 12 Uhr (Party ab 21 Uhr). Große Bergstraße 172-178. Tel. 38 08 72 34. Eintritt frei. www.ding-dong.de

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