Ladi Geisler ist tot

Ladi Geisler: Der Knackbass ist verstummt

Foto: Laible

Der legendäre Hamburger Jazz-Gitarrist, Studiomusiker und Wegbegleiter von Bert Kaempfert Ladi Geisler ist mit 83 Jahren gestorben.

Hamburg. "Gib mir keinen weichen Bass, den haben wir schon. Das kann ja jeder." Dass der Bandleader und Arrangeur Bert Kaempfert den cleveren Rat des legendären Produzenten Milt Gabler befolgte, bescherte auch einem bescheidenen, freundlichen Gitarristen aus Hamburg einen Platz im Olymp der stilvollen Unterhaltungsmusik.

Ladi Geisler, 1927 in Prag geboren, war im geschmeidigen Klangbild des Easy-Listening-Gotts aus Barmbek der Mann für den entspannt grundierenden Knackbass. Die Bassgitarre, mit dem der Studiomusiker diese charakteristischen Klänge lieferte, hatte Geisler gebraucht einem gewissen Hansi Last abgekauft, der später mit dem Vornamen James Weltkarriere machte. Damals war Last Geislers Kollege als NDR-Unterhaltungsmusiker, und mit diesem Instrument entwickelte Geisler den Sound, der zu seinem und zu Kaempferts Markenzeichen wurde.

In den swingenden Fünfzigern und Sechzigern war der Autodidakt Geisler eine feste Größe als bestens gebuchter Studiomusiker, nachdem seine Hamburger Karriere im Horst Wende Trio begonnen hatte. "Es gab Zeiten, da kam ich auf bis zu 1500 Titel pro Jahr, das können sich meine jungen Kollegen heute kaum vorstellen", berichtete er später. Geisler begleitete unter anderem Freddy Quinn, den er im Tarantella kennengelernt hatte, und Evelyn Künneke; er griff für Hildegard Knef, Helmut Zacharias und Kurt Edelhagen ebenso in die Saiten wie für Abi und Esther Ofarim. Sogar bei einer Tournee des NDR-Sinfonieorchesters zum Edinburgh Festival war er dabei, als für ein neues Werk von Pierre Boulez eine E-Gitarre benötigt wurde.

Wie jetzt bekannt wurde, ist Ladi Geisler im Alter von 83 Jahren am 19. November gestorben.

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