Fantasy: "Percy Jackson"

Ein wilder Mix aus der Mythologie

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Die Komödie "Percy Jackson - Diebe im Olymp" von Regisseur Chris Columbus nimmt es mit den Göttern nicht so genau.

Mathematik-Lehrerinnen sind besondere Frauen. Immer ein bisschen streng, immer ein bisschen freudlos, immer ein bisschen unwillig ob der Ahnungslosigkeit ihrer Schüler. Doch die Mathe-Lehrerin hier stellt alle in den Schatten. Bei einem Schulausflug bittet sie Percy Jackson (Logan Lerman) zum Gespräch - und entpuppt sich als fliegende Rachegöttin, die aus irgendeinem Grund ganz schön sauer ist. Rettung naht von einem anderen Lehrer, Mr. Brunner (Pierce Brosnan). Er sitzt im Rollstuhl, ist aber ein Zentaur.

Zentauren? Sind das nicht diese Fabelwesen aus Pferdeleib und menschlichem Oberkörper? Genau, und während man sich noch fragt, ob Pierce Brosnan mit Pferdehintern nicht ziemlich merkwürdig aussieht, hagelt es Erklärungen. Percy ist der Sohn Poseidons (Kevin McKidd), des griechischen Meeres-Gottes. Der Milchbubi ist also ein Halbgott, der in einem Pfadfinder-ähnlichen Camp lernen muss, was Halbgötter so alles draufhaben. Die Handlung kommt in Gang, als Percy beschuldigt wird, den Herrscherblitz seines Onkels Zeus (Sean Bean) geklaut zu haben. Hades (Steve Coogan), noch ein Onkel, hat inzwischen Percys Mutter (Catherine Keener) in die Unterwelt entführt. Dem Jungen bleibt nicht anderes übrig, als den wahren Dieb des Blitzes zu finden ...

Keine Angst vor den ollen Griechen - zumal das Zielpublikum den zugrunde liegenden ersten Band der Percy-Jackson-Reihe, geschrieben von Rick Riordan, kennen dürfte. Regisseur Chris Columbus, mit zwei "Harry Potter"-Filmen Fantasy-erprobt, bedient sich denn auch ungeniert der Mythologie und wirft nach Gutdünken alles durcheinander. Da gibt es Satyrn, Gorgonen und Amazonen. Nicht zu vergessen Medusa, die von Uma Thurman mit Schlangenhaar (Lob an die Abteilung Spezialeffekte!) und sehr viel Sinn fürs Übertriebene lustvoll dargeboten wird. Natürlich geht das Ganze nicht ohne wehrhafte Mädels und lustigen Sidekick. Percy stehen die schöne Anna Annabeth (Alexandra Daddario) und der bockbeinige Grover (Brandon T. Jackson) zur Seite. Die Dramaturgie des Films - zur Rettung der Welt müssen die Kids drei Perlen finden - ist schlicht, die Dialoge beschränken sich auf knappe Handlungsanweisungen, ein Ausflug in die Glitzerwelt von Las Vegas wirkt deplaziert. Ein unausgegorener Film also, der den angestrebten Erfolg der "Harry Potter"-Serie wohl nicht erreichen wird.

+++-- Percy Jackson - Diebe im Olymp USA 2009, 118 Min., ab 12 J., R: Chris Columbus, D: Logan Lerman, Alexandra Daddario, Brandon T. Jackson, Catherine Keener, Uma Thurman, Pierce Brosnan, im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Hansa-Studio, UCIs Mundsburg, Othmarschen, Smart-City; www.percyjackson-derfilm.de

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