Ausstellung: "Familientreffen"

Künstlerisches Bekenntnis von zwei Generationen

Foto: Andreas Laible

Künstlerfamilien sind rar geworden. Es gibt die Schauspieler-, die Musikerfamilien. In der bildenden Kunst aber zeigen sich familiäre Bande vergleichsweise selten.

Hamburg. Künstlerfamilien sind rar geworden. Es gibt die Schauspieler-, die Musikerfamilien. In der bildenden Kunst aber zeigen sich familiäre Bande vergleichsweise selten. Dass sie dennoch wirken und zusammenhalten, will eine Ausstellung in der Fabrik der Künste mit Bildern der Familie Duwe unter Beweis stellen. Ihr bekanntestes Mitglied, Harald Duwe (1926-1984), sorgte einst bundesweit mit gesellschaftskritisch-provokantem Realismus für Aufsehen. Nicht minder produktiv waren und sind seine Frau Heilwig, die Kinder Katharina, Johannes und Tobias.

Familienbande meint in künstlerischer Hinsicht die Bekenntnisse aller zwei Generationen zu figürlicher Malerei, von den Landschaften Tobias Duwes bis hin zu dem in Schärfe und Attacke an Dix erinnernden Harald Duwe. Dem Vater noch am nächsten zeigt sich Johannes Duwe mit realistischer, dennoch freier, aus Versatzstücken komponierter Malerei, die jeglichen Abbildcharakter unterläuft. Orte des öffentlichen Verkehrs verwandeln sich in seinen Bildern in Bühnen des modernen und einsamen Individuums. Auch Katharina Duwe hält sich mit ihren farbig leuchtenden Collagen auf Distanz zu allzu großer Wirklichkeitsnähe. Am ehesten findet sich diese noch bei Heilwig Duwe-Ploog mit ihren privaten Strandbildern oder mit Bildern aus der Zeit voller Sorge und Hinwendung zu ihrer Mutter.

"Familientreffen", Titel der Ausstellung, liegt der Reiz einer Familienzusammenführung in künstlerischer Hinsicht zugrunde. Genau genommen ein latent anachronistisches Unterfangen, da der bloße Fakt der Blutsbande heute kaum noch inhaltlich greift. Im vorliegenden Fall aber zeigt sie, wenn auch nur vereinzelt, sowohl in den Motiven als auch im erblich-atmosphärischen Raum einer figürlichen Malerei lebhafte Präsenz. (wj)

Fabrik der Künste: "Familientreffen", Kreuzbrook 12, bis 26. April, täglich von 17 bis 20 Uhr. T. 86 68 57 17, Internet: www.fabrikderkuenste.de

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