Hauptsache viel reden

Wolke Hegenbarth, Shootingstar bei RTL

Sitcom: Mein Leben und ich 21.15 Uhr RTL Schon durch die geschlossene Tür hört man sie plappern. Den Kollegen, der da gerade mit ihr im Interview sitzt, hört man kaum. Ab und zu wirft er mal ein Stichwort ein, selten ganze Fragen. Wolke Hegenbarth (23) hat einfach furchtbar viel zu erzählen. Man muss sie nur anpieksen, und es kommt ein Wortschwall. Ein "Wolkenbruch" sozusagen. Solche Kalauer sind erlaubt. Das sei doch ganz klar, bei dem Namen, man könne ja wohl kaum ignorieren, dass sie Wolke heißt, ist eben so, ist eben ungewöhnlich, also, ihr gefällts. Und prima merken kann man sich den Namen auch. Muss man nämlich. Spätestens seit der ersten Staffel von "Mein Leben und ich" im Herbst 2001. "Ich" ist in dieser dem US-Vorbild "Malcolm mittendrin" nachempfundenen Comedy ums Erwachsenwerden die 16 Jahre alte, burschikose Alex (Hegenbarth), ein Mädchen in der Lebensfindungsphase. "Mein Leben" sind Alex' anstrengende Eltern Anke (Maren Kroymann) und Hendrik (Gottfried Vollmer), Bruder Sebastian (Frederik Hunschede) und die beste Freundin Claudia (Nora Binder). Und alles zusammen ist ziemlich eigen. Was vor allem an der erstaunlichen Präsenz von Wolke Hegenbarth liegt. Die hat sie auch im Gespräch. Kurze, blonde Haare, auffallend braune Augen, Flip-Flops an den Füßen und einen kleinen Silberring am linken Zeh. Wolke Hegenbarth hat etwas Freches und zugleich Niedliches, ohne gekünstelt zu wirken. Der Rummel um ihre Person ist ihr nicht zu Kopf gestiegen. Vielleicht, weil es an ihrer Schule, wo sie bei einem Casting entdeckt wurde, normal war, dass "da schon wieder eine zum Fernsehen geht". Max-Ophüls-Preisträgerin Marie Zielke ("Bin ich schön?", "Die Unberührbare") war in ihrer Parallelklasse, und auch Birte Wolter ("Ghetto Kids"), Mina Tander ("Harte Jungs") und Sitcom-Kollegin Nora Binder haben das gleiche Gymnasium besucht. Ihre drei besten Freundinnen aber sind branchenfremd. "Das ist ganz wichtig", findet Wolke Hegenbarth. "Auch, dass man sich da immer wieder diszipliniert, man gewöhnt sich sonst an den Luxus der Filmerei. Da ist es gut, alte Freunde zu haben." Die, wenn man aufgeregt berichtet, dass die nächste Staffel direkt nach "Wer wird Millionär?" läuft, bloß gucken und fragen: "Ist das gut?" Die beruhigen, wenn mal wieder eine Autogrammanfrage an "Herrn Wolke Hegenbarth" kommt, oder die mit einem die Heiratsanträge 15 Jahre alter Fans durchschauen. Der Posten ist allerdings schon vergeben: Seit eineinhalb Jahren ist Wolke mit dem Südafrikaner Justin verheiratet. "Ich hab auch noch 'n Leben neben der Serie!" Und da soll schließlich auch eine Menge reinpassen. Damit es immer viel zu erzählen gibt. (Maike Schiller)