Die Geister müssen verzückt sein

Am Sonnabend wird der balinesische Tempel vor dem Völkerkundemuseum mit einer heiligen Zeremonie geweiht

Völkerkundemuseum. Einen Tempel stellen wir uns meist ähnlich vor wie eine Kirche - als Gebäude mit Dach und Tür. Der balinesische Tempel, der am heutigen Sonnabend vor dem Museum für Völkerkunde im Mittelpunkt eines großen Festes steht, ist jedoch kein Gebäude, sondern eine Art Skulptur aus schwarzem Vulkangestein.

Ida Bhagawan Dwija, der oberste hinduistische Priester Balis, wird den Tempel mit einer Zeremonie weihen. Gläubige bringen Opfergaben dar, es gibt balinesische Tänze, Gamelan-Musik und ein Kinderprogramm. "In Bali selbst scheint der Balitempel an der Rothenbaumchaussee schon bekannter zu sein als in Hamburg. Dort haben Zeitungen und Fernsehsender schon vorab über dieses Ereingis berichtet", meint Jeanette Kokott, die Ozeanien-Kuratorin des Museums für Völkerkunde.

Bereits im Sommer 2009 hatte der balinesische Baumeister Artana gemeinsam mit zwei Gehilfen den Tempel errichtet, wobei nicht nur deutsche Baurichtlinien, sondern auch zahlreiche religiöse Vorschriften zu beachten waren - schließlich sollen sich die Geister im Tempel heimisch fühlen.

Dass Hamburg nun über den europaweit einzigen öffentlich zugänglichen balinesisch-hinduistischen Tempel verfügt, ist der Mäzenin Juli Biesterfeld zu verdanken. Die in Hamburg lebende Balinesin ließ den Tempel in ihrer Heimat anfertigen und finanzierte seine Verschiffung nach Hamburg.

Tempelfest Sa 22.5., ab 14.30 Uhr, Völkerkundemuseum (U Hallerstraße/Bus 34), Rothenbaumchaussee 64, Einritt 7,-, erm. 3,-

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