Bei den deutschen Nachrichtenagenturen bahnen sich möglicherweise weit reichende Veränderungen an. Der Deutsche Depeschendienst (ddp) spricht derzeit mit der amerikanischen Agentur Associated Press (AP) mit dem Ziel, deren in Frankfurt am Main beheimatete deutsche Tochter zu übernehmen.

Offiziell wird das von ddp dementiert. "Die Gespräche sind auf einem sehr guten Weg", sagt dagegen eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Bei AP Deutschland ist man zu keiner Stellungnahme bereit.

Seit 2005 hat ddp immer wieder versucht, beim deutschen AP-Ableger einzusteigen. Sollte dies nun glücken, wäre davon vor allem der ohnehin unter Druck stehende Marktführer dpa betroffen, der bisher 95,7 Prozent aller deutschen publizistischen Angebote beliefert. AP Deutschland versorgt 47,1, ddp 30,4 Prozent der deutschen Medien. Gesellschafter der ddp ist die Beteiligungsgesellschaft BluO, hinter der die Manager Peter Löw und Martin Vorderwülbecke stehen. Die beiden wirkten vorher für den Finanzinvestor Arques, dem sie im Januar dieses Jahres ddp abkauften.

Bei der Tagung der ARD-Intendanten kommende Woche in Bremen dürfte es wohl auch um die Umstände gehen, die dazu führten, dass die geplante Zusammenarbeit mit Stefan Raab beim Eurovision Song Contest nicht zustande kam. Das Thema steht zwar nicht auf der Tagesordnung, doch viele in der ARD sehen in der Sache ein Imagedebakel, das aufgearbeitet werden muss. Nach Stand der Dinge führte mangelnde Kommunikation innerhalb der ARD dazu, dass der Senderverbund mit dem Entertainer von Pro Sieben nicht ins Geschäft kam.

In Senderkreisen heißt es, ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der auch Unterhaltungschef des NDR ist, habe monatelang mit Raab Gespräche geführt, darüber jedoch kaum einen seiner Intendanten und Programmdirektoren unterrichtet. Von der geplanten Kooperation soll das ARD-Führungspersonal am 18. Mai aus der Zeitung erfahren haben. Die überrumpelte Senderspitze habe zudem zur Kenntnis nehmen müssen, dass bereits für den 19. Mai um 12 Uhr eine Pressekonferenz in Köln anberaumt war, auf der die Zusammenarbeit verkündet werden sollte.

Zwar gelang es noch, den Termin abzusagen, doch der genervte Raab machte Druck. Er soll der ARD Fristen gesetzt haben, deren letzte am 20. Mai ablief. An diesem Tag berieten die Intendanten in einer Schaltkonferenz die Sache. Ihr Versuch, auf Zeit zu spielen, scheiterte. Am 21. Mai sagte Raab via "Spiegel Online" ab. In vielen ARD-Anstalten herrscht nun Unmut über Schreibers Kommunikationsverhalten.

Die von Hamburger Verlagen initiierte Erklärung für ein Leistungsschutzrecht, mit dem Medienhäuser ihr Copyright im Internet schützen wollen, findet immer mehr Zustimmung. Die dpa unterstützt sie. Am Freitag unterzeichnete die WAZ-Gruppe die Erklärung, und die Unterschrift von NDR-Intendant Lutz Marmor prangt demnächst wohl auch auf dem Papier. Nur das Verlagshaus Burda ("Focus", "Bunte"), das an der Formulierung der Erklärung beteiligt war, mochte bisher nicht unterschreiben. Die Gründe dafür sind rätselhaft. Schließlich tritt auch Burda für ein Leistungsschutzrecht ein.

Das zwischen 2001 und 2005 erschienene Medienmagazin "Cover" kehrt als Online-Portal zurück. Hinter dem Projekt stehen Medienwissenschaftler Stephan Weichert, "Focus Online"-Ressortleiter Alexander von Streit, Gruner + Jahr-Manager Peter Littger, "Kress"-Ressortleiter Christian Meier und Medienrechtler Tobias Gostomzyk. "Cover.de", das spätestens im September ins Netz gehen soll, versteht sich laut Weichert als "Mediendebattenfeuilleton" .

Pascal Gerckens, der bisher in Diensten von IQ Media, dem Vermarkter der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB), steht, wird wohl die Verlagsleitung der "Wirtschaftswoche" übernehmen. Er soll VHB-Chef Joachim Liebler entlasten, der bislang selbst an der Spitze der "Wiwo" steht. Gerckens ist der Sohn von Pierre Gerckens, der lange Jahre einer der engsten Vertrauten von VHB-Verleger Dieter von Holtzbrinck war.