Lektor
Ein Lektor ist die wichtige Stütze eines Autors
Ohne die Hilfe eines Lektors wäre so mancher Text wohl nicht veröffentlich worden. Diese Schnittstelle zwischen Autor und Verlag ist wichtig. Dabei muss ein Lektor den richtigen Riecher für gute Texte und passende Themen haben.
Das geschriebene Wort ist des Lektors Mahlzeit. Er überprüft die geschriebenen Manuskripte der Autoren auf Inhalt und Sprachlichkeit und korrigiert diese. Dafür braucht man ein gutes Wissen der Rechtschreibung sowie der Grammatik. Aber Satzzeichen oder inkorrekte Worte sind nicht der einzige Aufgabenbereich eines Lektors. Eine große Aufgabe ist auch das Überprüfen von Tatsachen und Zahlen, die im Text verwendet werden. Dem Autor werden auch Ratschläge zum Thema Schreibstil und eine Hilfestellung zur Themenfindung geboten.
Oft sind mehrere Autoren unter der Betreuung eines Lektors. Dabei zählt der Kontakt auch schon vor dem eigentlichen Schreiben des Manuskriptes, bei dem es um erste Ideen geht. Nach der Fertigstellung des Manuskriptes lässt der Lektor das gesamte Werk dann auf sich wirken: Ist es flüssig zu lesen? Entsteht Spannung? Passt der Anfang? Sind die Erzählstränge gut verknüpft? Obwohl diese Einschätzung im Grunde sehr subjektiv sind, kann der Autor sich auf eine gute Beurteilung des Buches verlassen, da ein Lektor den Buchmarkt kennt und somit über Trends Bescheid weiß und was die Leser lesen möchten. Das Gespür eines Lektors spielt für den Erfolg eines Buches eine große Rolle. Wenn man (gerade bei noch unbekannten Autoren) den falschen Fuß erwischt kann ein Buch manchmal abgelehnt werden. Das kann bei einem Verlag zum Nachteil werden. Doch es hat auch Fälle gegeben, wo ein Buch erst abgelehnt, aber bei einem anderen Verlag dann mit großem Erfolg veröffentlicht wurde.
Der Lektor braucht gutes Sprachgefühl und Liebe zur Literatur
Ohne eine Leidenschaft für Literatur und das Lesen ist man im Beruf des Lektors verloren. Auch benötigt man ein gutes Sprachverständnis und muss neugierig auf Bücher und Autoren sein. Oft wird mit Überstunden gearbeitet, was starke Nerven erfordert. Man muss sowohl gefühlvoll als auch knallhart sein können, was ein wenig dem Berufsbild eines Managers ähnelt; man muss gleichzeitig mit Autoren und Verlagen verhandeln und beide Seiten zufrieden stellen. Die Verdienstspanne variiert dabei. So verdient beispielsweise ein Kinderbuch-Lektor weniger als ein Kollege in der Belletristik. Man kann aber grundsätzlich sagen, dass das Gehalt eines eingearbeiteten Lektors – je nach Bereich, Arbeitsort und wirtschaftlicher Lage - in etwa dem eines Lehrers gleicht.
Empfohlen wird ein abgeschlossenes Studium in Fächern wie Germanistik, Geistes- oder Sprachwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften oder Philologie, da es eine klassische Ausbildung zum Lektor so nicht gibt. Verschiedene Universitäten, zum Beispiel in München oder Leipzig, bieten Studiengänge im Schwerpunkt Buch- und Verlagswesen an. Kurzseminare werden auch bei der Akademie des Deutschen Buchhandels (buchakademie.de) angeboten, die Einblicke in die Arbeit eines Lektors vermitteln. Ein Praktikum macht für den Einstieg Sinn, manchmal kann man auch in ein Volontariat von einem Verlag arbeiten. Viele Lektoren spezialisieren sich später auf bestimmte Literaturbereiche.
Lektoren sind entweder bei Verlagen (Buch-, Audio- oder Fachzeitschriftenverlag) oder Literaturagenturen angestellt, einige nutzen aber auch die Möglichkeit der Selbstständigkeit, und arbeiten dann von zuhause aus.
Die Zukunftsaussichten für Lektoren sind, auf Grund des schwierigen Buchmarktes, nicht so einfach vorhersehbar. Viele Stellen werden zurzeit gestrichen, was dazu führt, dass viele Lektoren freiberuflich tätig werden. Um einen guten Einstieg zu erhalten, sollte man versuchen Praxiserfahrung zu sammeln sowie Kontakte zu knüpfen. Außerdem sollte man sich mit Initialbewerbungen bewerben, da meist keine Stellen ausgeschrieben sind.















