Friseur
Der Friseur hieß früher Bader
Trotz schlechter Bezahlung und harter Arbeit im Stehen ist der Friseur-Beruf auf der Wunschliste vieler Jugendlicher ganz oben. Ein geschickter Umgang mit den Kunden ist eine Grundvoraussetzung für den Job.
Dass ein Friseur ein Fachmann für die Pflege des Kopfhaares und die Gestaltung der Frisur ist, wird kaum jemand überraschen. Was mancher vielleicht nicht weiß: Der Beruf entwickelte sich in Deutschland aus den mittelalterlichen Berufen des Baders und des Barbiers. Das Wort leitet sich aus dem Französischen ab, das Verb friser bedeutet soviel wie "kräusen".
Die Ausbildung zum Friseur (drei Jahre) liegt heute in der Gunst der Mädchen weit oben. Vor allem bei Jugendlichen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss steht der Beruf auf der Wunschliste. Die Gehaltsspanne ist allerdings sehr niedrig, weshalb viele ausgebildete Fachkräfte mit der Weiterbildung zum Meister die Selbstständigkeit suchen.
Zunächst beraten Friseure und Friseurinnen ihre Kunden bei der Wahl einer passenden und modischen Frisur. Wunschgemäß schneiden sie die Haare, verändern die Haarfarbe mit chemischen Präparaten, legen Dauerwellen und formen schließlich die Frisur. Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Auf Wunsch ergänzen sie Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets. Kosmetische Behandlungen der Gesichtshaut, Hand- und Nagelpflege (Maniküre) einschließlich der Gestaltung von Fingernägeln, führen die Spezialisten ebenfalls durch. Sie beraten die Kunden über Pflegeprodukte sowie Kosmetika und verkaufen diese. Darüber muss von ihnen die Kasse bedient, müssen Kundentermine vereinbart, fehlende Produkte nachbestellt und Abrechnungen durchgeführt werden. Friseure wirken zudem bei der Dekoration des Salons mit.
Im Trend: Der mobile Friseur
Einem Haarschnitt geht häufig die Haarwäsche voraus. Friseure begutachten hierfür zunächst Haar und Kopfhaut ihrer Kunden genau, um die passenden Pflegeprodukte auszusuchen. Mit einer für die Kunden angenehmen Wassertemperatur shampoonieren sie sorgfältig das Haar, massieren die Kopfhaut und tragen auf Wunsch eine Pflegespülung oder Haarkur auf. Nachdem sie die Haare erneut gespült, mit einem Handtuch angetrocknet und gekämmt haben, greifen sie zur Schere und schneiden das Haar in die gewünschte Form.
Zur Frisurengestaltung gehört jedoch nicht nur ein perfekter Haarschnitt. Auch durch Färben, Tönen, Blondieren oder das Färben von einzelnen Strähnen lassen sich modische Akzente setzen. Hier beraten Friseure ihre Kunden ausführlich, damit das neue Styling auch typgerecht wird. Ist die Farbe ausgewählt, werden dem richtigen Farbton entsprechend die einzelnen chemischen Bestandteile gemischt. Wenn sie anschließend die Farbpaste auf das Haar aufbringen, tragen Friseure Einweghandschuhe, denn der ständige Kontakt mit Färbemitteln, Shampoos, Haarpflegeprodukten und Wasser kann Hautreizungen oder Allergien auslösen. Während die Farbe oder Tönung die vorgeschriebene Zeit einwirkt, bedient der Friseur andere Kunden. Nach Ablauf der Einwirkungszeit wird das Haar ausgewaschen.
Ein aktueller Trend in diesem Beruf ist der mobile Friseur. Aufgrund des demografischen Wandels innerhalb unserer Gesellschaft gibt es immer ältere Menschen, die keinen Friseursalon aufsuchen können oder wollen. Durch den hohen Kontakt zu Kunden ist ein freundliches Wesen mit Kontaktfreudigkeit in diesem Job sehr wichtig. Die Bereitschaft sich auf den Kunden einzulassen erfordert eine Neigung zur Dienstleistung sowie Empathievermögen. Kreativität und Ästhetik spielen im Friseursalon eine wesentliche Rolle. Dennoch: Das Ambiente im Salon darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die körperliche Belastung durch das Stehen sehr groß ist.















