Charity
Abendblatt-Initiative: In Hoffnung Liebe schenken
"Kinder helfen Kindern" hat seit Beginn mehr als 100 000 Mädchen und Jungen auf vielfältige Weise unterstützt und Wünsche erfüllt.
Marc Cornehl (r.) kann sich auf seine Mutter Anja verlassen
Foto: Marcelo Hernandez
Gemeinsam jenen Kindern und Jugendlichen die Hand reichen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen - das ist die Aufgabe von "Kinder helfen Kindern". Was 1975 mit einem Bastelbasar begann, ist längst eine Institution in Hamburg. Der Verein des Hamburger Abendblatts kümmerte sich im gerade zu Ende gehenden Jahr um mehr als 20 000 kleine und große Menschen unter 18 Jahren. Und zwar dank der überaus großzügigen und vielfältigen Spenden der Leser des Hamburger Abendblatts. Da die Zeitung alle Verwaltungskosten trägt, kommt das Geld genau dort an, wo es dringend benötigt wird - 100 Prozent für den guten Zweck.
Zum Beispiel bei Marc. Wegen eines Knochentumors musste dem Jungen Ende 2010 das rechte Bein teilweise amputiert werden. Viele Leser haben gespendet, sodass sein größter Wunsch erfüllt werden und der mittlerweile 17-Jährige eine Spezial-Sportprothese erhalten kann. "Der Krebs hat nicht weiter gestreut, die Untersuchungsergebnisse sind zurzeit beruhigend. Da sind wir sehr froh und dankbar", sagt Marcs Mutter Anja Cornehl. Das bedeutet, dass der Junge im Moment keine Chemotherapien machen muss.
Aber Marc erlitt trotzdem kleine Rückschläge. "Auf der Kur im Sommer im Schwarzwald brach er sich den rechten Fuß, wieder zu Hause brach im rechten Oberschenkel eine Titanplatte, die nach Auskunft der Ärzte eigentlich nie kaputtgehen kann", beschreibt Anja Cornehl die missliche Lage. "Aber Marc ist unendlich tapfer und kämpft weiter." Und genau am Nikolaustag kam dann noch die gute Nachricht: Marc kann wieder zur Schule gehen. Er ist jetzt in der neunten Klasse auf der Stadtteilschule Lohbrügge. "Es geht wieder ein Stück aufwärts", sagt Marcs Mutter.
Oder bei Michelle. Seit August ist die Kleine, die am Neujahrstag sieben Jahre alt wird, stolze Erstklässlerin. "Michelle hat Spaß am Lernen", sagt ihre Mutter. Und sie sitzt neben ihrer besten Freundin Alicia. Die hilft Michelle auch mal, wenn der Reißverschluss der Federtasche klemmt oder der Schulalltag nicht ganz glatt läuft. Denn Michelle fehlt die rechte Hand, und sie trägt Beinprothesen.
Dass die Kleine überhaupt zur Schule geht und heute so ein fröhliches, aufgewecktes Kind ist, ist ein großes Wunder. Im Dezember 2006 erkrankte Michelle aus heiterem Himmel an Meningokokken-Meningitis. Schonend erklärten die Ärzte der Mutter, dass diese Krankheit in der Regel tödlich verlaufe - binnen sechs Stunden. Michelle überlebte. Zwar mussten beide Unterbeine und die rechte Hand amputiert werden, aber geistig und seelisch war alles intakt. Großzügige Spenden der Abendblatt-Leser trugen dazu bei, dass Michelle heute ein wissbegieriges Schulkind ist. Und sie ist eine stolze große Schwester: Auf die ein Jahr alte Lilly hat sie ein waches und liebevolles Auge.
Oder bei Lara. Das Leben hat es bisher nicht gut mit ihr gemeint. Der Vater der 17-Jährigen starb, als sie noch ein Baby war. Und dann starb nach langer Krankheit auch noch die Mutter, an der Lara zärtlich hing. Mithilfe des Jugendamtes konnte Lara in der Wohnung bleiben, die sie mit der Mutter bewohnt hatte. Lara renovierte zusammen mit Freunden und Betreuern die Wohnung, aber es fehlte noch so vieles. Unter der Überschrift "Lara will ihr Leben nach dem Tod der Mutter allein meistern" baten wir Sie, liebe Leser, um Hilfe. "Es setzte eine wunderbare Welle der Hilfsbereitschaft ein", teilte uns Laras Betreuerin Maike Nerowski mit. "Alle angebotenen Sachspenden sind einwandfrei. Besonders gefreut haben sich die Spender, wenn sie Lara persönlich kennenlernen und ihr Trost, Anerkennung und Mut zusprechen konnten." Auf einer liebevoll selbst gestalteten Karte schrieb Lara: "Ich bin richtig glücklich. Ich habe so viele nette hilfsbereite Menschen kennengelernt, die mir nur liebe Worte sagten. Das hilft mir alles sehr! Danke."
Oder auch bei Hände für Kinder. Der Verein von Initiator Steffen Schumann will im Kupferhof in Wohldorf/Ohlstedt ein Zuhause auf Zeit für schwerstbehinderte Kinder schaffen, einen Ort, an dem sie für einen kurzen Zeitraum betreut werden, ein Haus, in dem auch Eltern und Geschwister einmal abschalten, durchatmen und neue Kraft tanken können - etwas existenziell Wichtiges für alle Betroffenen. In Hamburg und Umgebung leben etwa 10 000 schwerstbehinderte Kinder, größtenteils in ihren Familien. Und diese brauchen Unterstützung. Die Pflege dieser Kinder erfordert oftmals eine 24-Stunden Betreuung, bedeutet, dass die Geschwisterkinder nur allzu oft zu kurz kommen. Dank vieler Spenden wird der Kupferhof im nächsten Jahr eröffnet.





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