14.12.11

Schüler machen Zeitung

Das Miniatur-Wunder

Er schaffte nicht das Abitur, dafür kam Frederik Braun mit einer genialen Idee ganz groß raus

Foto: Hamburger Sparkasse AG
Frederik Braun (l.) mit den Schülern Anton Vadaleau und Inuk Lousky
Frederik Braun (l.) mit den Schülern Anton Vadaleau und Inuk Lousky

Als Frederik Braun merkte, dass ihm die oberflächliche Arbeit in seiner Hamburger Diskothek keinen Spaß mehr machte, kam ihm in einem Eisenbahnmodellgeschäft in Zürich die Idee zu einem Millionenunternehmen. Heute ist es eine der größten Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Die Brüder Gerrit und Frederik Braun sind die Gründer des Miniatur Wunderlandes in Hamburgs Speicherstadt. Doch dass ausgerechnet Frederik Braun, der sein Abitur auf dem Helene-Lange-Gymnasium nicht schaffte, diesen ungewöhnlichen und grandiosen Einfall hatte, war für viele offenbar überraschend.

Und zunächst stand er damit ganz alleine da. Niemand, noch nicht einmal sein eigener Bruder, glaubte damals daran, dass es möglich sei, einmal die größte Modelleisenbahn der Welt zu bauen. Doch für die Zwillinge war schon immer klar, dass sie alles zusammen machen wollten.

Und so fing im Juli 2000 Frederik Braun mit dem Bauen an. Das Geld für den Bau hatte er von der Hamburger Sparkasse bekommen, die anfangs skeptisch, doch dann voll von dem Projekt überzeugt war und zwei Millionen D-Mark verlieh.

Als dann jedoch 360 000 Besucher im ersten Jahr kamen, waren Frederik Brauns Erwartungen übertroffen worden. "Ich war der Einzige, der daran geglaubt hat. Ich hatte eine Zahl im Kopf 100 000 Besucher im ersten Jahr, dann wurden es dreimal mehr", sagt Braun. Seither stehe er jeden Tag mit einem Lächeln auf und "kann es kaum erwarten, zum Miniatur Wunderland zu kommen". Allein in diesem Jahr kamen 1,2 Millionen Besucher. Von 14 Mitarbeitern wuchs die Belegschaft auf heute 260 Mitarbeiter. Anfangs sei es schwierig gewesen, Mitarbeiter für seinen großen Traum zu gewinnen, erzählt er. "Kein Techniker wollte dafür seinen Job aufgeben und ein so großes Risiko eingehen." Heute seien die Mitarbeiter für ihn wie eine große Familie.

Der spannendste Moment in seinem Job sei, wenn er zum ersten Mal sieht, wie die komplette Landschaft fertig ausschaut. Das sei meistens nur einen Abend vor der bevorstehenden Eröffnung.

Sich selbst bezeichnet Frederik Braun als sehr zurückhaltend. "Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt."

Seine größte Aufgabe sei es, das Miniatur Wunderland immer weiter auszubauen. Da hierfür jedoch nicht unbegrenzt Platz zur Verfügung steht, wird dies irgendwann dazu führen, dass sich das Team des Miniatur Wunderlandes entscheiden muss, welche Landschaft es abreißt. "Aber wir können ja schlecht Deutschland abreißen und Holland drauf bauen."

Wir sind sicher, er wird eine Lösung finden bei all dem, was er in den letzten elf Jahren erreicht hat.

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