09.01.13

Niedersachsen

Polizist schießt auf Verdächtigen – Prozessauftakt in Verden

Dem Beamten aus Rotenburg wird versuchter Totschlag vorgeworfen, weil er einen Verdächtigen mit einem Schuss verletzt hatte.

Foto: dpa
Justitia
Justitia (Symbolbild)

Verden. Weil er einen Verdächtigen mit einem Schuss schwer verletzt haben soll, muss sich ein Polizist aus Rotenburg seit Mittwoch vor dem Landgericht Verden verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen versuchten Totschlag vor. Der Angeklagte hatte gemeinsam mit einem Kollegen im Januar vergangenen Jahres ein Firmengelände in Scheeßel beobachtet, von dem wiederholt Diesel gestohlen worden war. Den Polizisten fielen zwei Verdächtige auf. Als sich die Ermittler zu erkennen gaben, flüchteten die Männer. Bei der Verfolgung habe der Angeklagte einem der Verdächtigen aus kurzer Entfernung in die Brust geschossen.

Laut Anklageschrift war einer der beiden Flüchtenden beim Überklettern eines Zauns im Stacheldraht hängengeblieben. Als die Beamten versuchten, den Mann von dem zwei Meter hohen Zaun herunterzuholen, sei der zweite Mann zurückgekommen und habe mit Pfefferspray auf den Kollegen des Angeklagten gesprüht. Der angegriffene Polizist soll "Pfeffer, Pfeffer" gerufen haben. Der Angeklagte habe das aber als "Messer, Messer" verstanden, seine Pistole gezogen und in Richtung des Sprühers geschossen.

Der Anwalt des Angeklagten habe eine Erklärung seines Mandanten verlesen, sagte die Sprecherin des Landgerichts. Der 40-Jährige berufe sich auf eine Nothilfesituation. Er habe nicht anders reagieren können, weil er von einem Messerangriff ausgegangen sei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schützen vor, seine Waffe ohne vorherige Warnung aus einer Entfernung von knapp einem Meter abgefeuert und dabei auf den Brustkorb des Verdächtigen gezielt zu haben. Anschließend soll sich der Angeklagte nicht um den schwer verletzten Mann gekümmert haben. Die Anklagebehörde geht daher davon aus, dass der Polizist den Tod des Verletzten zumindest billigend in Kauf nahm.

Für den Prozess sind weitere zehn Verhandlungstage angesetzt. Am Mittwoch sollten noch ein Gutachter, das Opfer und ein Zeuge aussagen.

(dpa)
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