08.02.13

Rotherbaum

Hamburgs oberster Konsul malt und kocht

Argentiniens Generalkonsul Manuel Angel Fernández Salorio ist seit Kurzem Doyen und begeistert von der Tango-Leidenschaft der Hamburger.

Von Hans-Juergen Fink
Foto: Michael Rauhe
Doyen
Vor der weiß-blauen Fahne seines Landes: Manuel Angel Fernndez Salorio, Generalkonsul Argentiniens und neuer Doyen des Hamburger Konsularkorps

Hamburg. Es sind nur wenige Schritte zur Außenalster vom argentinischen Konsulat am Mittelweg, Ecke Milchstraße. Manuel Angel Fernández Salorio, Generalkonsul der Republik Argentinien und seit Dezember auch Doyen des Konsularkorps, sitzt an seinem Schreibtisch, links hinter ihm die Fahne seines Landes, ein weißer und zwei hellblaue Streifen. Hellblau? Nein, "celeste" ist die korrekte Bezeichnung, Himmelblau. Zusammen mit der goldenen, 32-strahligen Sonne im Zentrum genau das Richtige gegen ein Hamburger Himmelgrau.

Beide Eltern - der Vater war Unternehmer - sind wegen des Spanischen Bürgerkrieges aus Spanien ausgewandert, Salorio kam 1951 in Buenos Aires zur Welt. Eine Schwester, 20 Jahre älter, war mit einem deutschstämmigen Mann verheiratet. "Deutsch wurde in ihrem Haus häufig gesprochen." Sein Sohn, 40, heiratete eine Amerikanerin. Seine Tochter, 38, ist mit einem Deutschen verheiratet und lebt in Frankfurt. Zwei seiner vier Enkel leben in Argentinien, zwei in Deutschland.

Wo er aufwuchs, waren die Nachbarn Deutsche, gegenüber wohnten Italiener, in der Nähe Engländer, "es war echt - wie sagen Sie? - multikulti." Der hochgewachsene Diplomat lacht herzlich, er selbst spricht Englisch und Französisch, Portugiesisch, Italienisch - und fließend Deutsch. "Ich habe mit den Eltern zwei Jahre in São Paulo, Brasilien, verbracht. Und war dann in den USA als Austauschschüler."

Anfangs will er Flugzeugingenieur werden, doch bald zieht ihn die Diplomatie magisch an. Er studiert Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen, besucht das Foreign Service Institute. Der erste auswärtige Dienstort der Familie: Nairobi, Kenia. Damals schon Standort für das Uno-Umweltprogramm Unep und für Habitat, das Uno-Wohn- und Siedlungsprogramm. Er schwärmt von dem wunderschönen Land, erinnert sich, dass damals "Jenseits von Afrika" gedreht wurde.

Mit Zwischenstationen in Argentinien folgen Neuseeland, Finnland sowie Bern und dann Genf mit der Konferenz für Abrüstung und Nicht-Weitergabe von Atomwaffen. Und von 2001 bis 2006 ist er Botschafter in Libyen. 2008, nach dem Tod seiner Ehefrau, will er wieder ins Ausland. Deutschland liegt ihm nahe, der Tochter wegen. Und was, fragt er, könnte "ein größeres Glück sein, als mein Land in Hamburg zu vertreten?" Manchmal werden Träume wahr, seit Juni 2009 ist er hier.

Was verbindet Hamburg mit Argentinien? Er zeigt auf ein selbst gemaltes Hafenbild, Aquarell und Tusche. "Natürlich der Hafen. Argentinien exportiert vor allem Fleisch, Getreide, Früchte, Wein, aber auch Autos und Autoteile. Es gibt drei VW-Werke bei uns, dort wird auch der einzige VW Pick-up produziert, der Amarok. Und eines von sechs VW-Getrieben kommt aus Argentinien." Neben dem Hafen ist es die Schifffahrt selbst; "Hamburg Süd zum Beispiel - da ist eine der Hauptdestinationen Buenos Aires." Und dann die Kultur. Gerade hat der Generalkonsul das Winter Tango Festival im Museum für Kunst und Gewerbe besucht, "und natürlich getanzt mit einigen der Damen." Er ist begeistert von der Tango-Leidenschaft der Hamburger. In dieser Woche eröffnet er eine Fotoausstellung über argentinischen Tango. Er hat Sol Gabetta getroffen, die Cellistin aus Argentinien, und auf seinem iPhone hat er ein Foto mit Carolina Agüero, Erste Solistin im Hamburg-Ballett.

Opern, Konzert, Ballett - da ist er in seiner Freizeit zu finden, wenn er nicht gerade an Elbe oder Alster malt. Oder kocht. Ein weiteres Handyfoto beweist seiner Kochkunst: eine große Empanada Gallega, das Wort "Libertad", Freiheit, ziert den Teigdeckel.

In Zukunft wird er etwas weniger Zeit dafür haben wegen seiner Pflichten als Doyen, als Sprecher des Konsularkorps. "Ich halte, wenn es nötig ist oder gewünscht wird, die Verbindung zwischen dem Korps und den Hamburger Behörden, auch der Hamburger Gesellschaft." Er hat sich vorgenommen, das monatliche Treffen der Konsuln im Anglo-German Club wieder attraktiver zu machen, mit jeweils einem Referenten aus Politik, Wirtschaft oder Kultur.

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