Erinnernswert
Poppo und kein Beutel voller Hummeln
Das letzte Haus mit Reetdach steht direkt an der Susebek. Die Wohnkate wurde um 1800 gebaut und gehört wie die Friedenseiche von 1871 und 29 Grenzsteine zu den letzten Spuren des Dorfes Hummelsbüttel. Vor allem in den 60er-Jahren verdrängten Wohnsiedlungen die alten Bauernhäuser.
Das Dorf hat es wohl schon um 900 gegeben. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde es im Jahr 1319. Hummelsbüttel wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals den Besitzer und gehörte unter anderem zu Dänemark, Österreich, Preußen und dem Kreis Stormarn. Damals entwickelte sich der Stand der Butterbauern, die außer Butter auch Geflügel, Wurst und Eier aus der Umgebung an die Hamburger Kundschaft verkauften. Da Hamburg nach dem Großen Brand 1842 Steine für den Wiederaufbau benötigte, florierte im Stadtteil das Ziegelei-Gewerbe. Um 1900 brannten die dortigen vier Ziegeleien jedes Jahr rund 20 Millionen Ziegel.
Erst seit 1938 gehört Hummelsbüttel zur Stadt Hamburg. Wie Poppenbüttel wurde es im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes eingemeindet. "Büttel" ist übrigens niederdeutsch und bedeutet so viel wie "Siedlung" oder "Wohnstätte". Die Bezeichnung wurde häufig hinter Namen von Personen gesetzt. Hummelsbüttel bezeichnet also keinen Beutel voll Hummeln, sondern vermutlich den Wohnort der adligen Familie Humersbotle. Einer der berühmtesten Söhne des Stadtteils Hummelsbüttel ist der Maler Ernst Eitner (1867-1955), der von Bewunderern auch "Monet des Nordens" genannt wurde.
Poppenbüttel wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt. Verschiedene Funde weisen jedoch darauf hin, dass es bereits in der Jungsteinzeit (3000-1700 v. Chr.) Menschen dort gab. Später war Poppenbüttel vermutlich der Wohnort des Popen gewesen, damals auch "Poppo" oder "Poppilo" genannt - eine seinerzeit gebräuchliche Berufsbezeichnung.
Sehenswert ist unter anderem das Gut Hohenbuchen. Dort kehrten einst die Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock und Matthias Claudius ein.



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