Das setzt dem Ganzen die Krone auf
Heute: Poppenbüttel / Hummelsbüttel: Es waren einmal zwei Stadtteile. Der eine war ein Shoppingparadies, der andere eine grüne Oase. In diesem Königreich gab es ein Schloss, aber vier Herrscher...
Es begab sich einst in zwei verwunschen anmutenden Stadtteilen am nördlichen Rande von Hamburg, dass der dortige König nicht länger allein sein wollte. "Warum lastet die ganze royale Verantwortung auf meinen Schultern?", fragte sich Eugen Block I., der von seinem idyllischen Anwesen im Alstertal aus ein Steakhaus-Imperium mit 33 Ablegern im ganzen Land und sechs Filialen hinter den sieben Bergen aufbaute. Fünf Millionen Untertanen kehrten jährlich dort ein. In seinem Reich, zu dem auch das Fünf-Sterne-Schloss Grand Elysee gehörte, häufte König Eugen 176 Millionen Gold-Euros an. "Hier gibt es so viel Natur und die katholische Kirche St. Bernard, die ich gern mit meiner Frau, Königin Christa, besuche. Lasset weitere Könige um mich sein!"
Wie der König befahl, geschah es. König Alexander Otto II. gesellte sich zu ihm ins Alstertal, und die beiden verstanden sich gut. Nun trug es sich aber zu, dass sie zwar genügend zu essen, doch noch nichts Richtiges anzuziehen hatten. Also erweiterte Alexander das von seinem Vater, Versandhaus-König Werner Otto, gegründete Alstertal-Einkaufszentrum. Hier verlustierten sich 33 000 Bürger täglich, um die Weihnachtszeit sogar doppelt so viele. So lebten sie glücklich und zufrieden. Bis Königin Christa eines Tages gelangweilt vom Kaffeekränzchen mit ihren Zofen zurückkehrte. "Wir haben nichts, um uns hübsch zu machen! Kleidung und Nahrung allein reichen nicht. Wir brauchen eine Schatzkammer voller Schmuck!"
Gesagt, getan. Nun betrat König Friedrich-Wilhelm Werner III. das Reich und siedelte sich auf einem Schlosshof rund um den Poppenbütteler Bogen an. Benannt nach seiner Frau, Königin Brigitte, entwarf er fortan Modeschmuck: "Bijou Brigitte" gefiel sowohl den Königinnen als auch deren Untergebenen so gut, dass das Unternehmen 931 Ableger bekam, bis hin nach Übersee. 2840 Menschen standen bei König Friedrich-Wilhelm III. in Lohn und Brot. Für eine kurze Zeit waren die Menschen glücklich.
Doch nicht sehr lang. Denn wo so viel gegessen, angezogen und sich hübsch gemacht wurde, entstand jede Menge Schmutz. Bald schon waren die Mägde und Knechte des ewigen Putzens überdrüssig und wollten sich lieber selbst verwirklichen oder im Fitnessklub Aspria turnen.
Ein vierter König musste her! Der war schnell gefunden: König Detlef Bogdol IV. sollte die Sache richten und einmal gründlich durchfeudeln. Doch das genügte dem Monarchen nicht. Er rief die Firma Bogdol-Dienstleistungen ins Leben, und diese wurde in kürzester Zeit mit 2600 Mitarbeitern das größte Reinigungsunternehmen im Norden des Reichs.
Nun endlich waren alle zufrieden. Die kleinen Prinzen und Prinzessinnen schickten sie zur Kita Hohenbuchen, wo sie sich austoben konnten. Royaler Mundschenk wurde Peer Petersen vom Restaurant The Locks.
Nur die fliegenden Kutschen, die im Nachbarreich Fuhlsbüttel starteten und landeten, störten die Idylle ein wenig. Aber das konnte die Menschen in Hummelsbüttel und Poppenbüttel nicht ernsthaft aus der Ruhe bringen. So lebten alle harmonisch und zufrieden miteinander. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.




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