09.01.13

Stadtteilentwicklung Hamburg

Grünen-Sprecher: "Die ärmeren Stadtteile sind die Verlierer"

Sozialmonitoring-Bericht 2012: Der Bericht der Stadtentwicklungsbehörde benennt 31 Gebiete in der Hansestadt mit negativer Entwicklung.

Von Julia Witte
Foto: pa/dpa
Spielplatz
Ein Mädchen sitzt in Hamburg auf einer Schaukel auf einem von Hochhäusern eingeschlossenen Spielplatz (Archivbild)

Hamburg. In Hamburg sind 2012 weniger Stadtgebiete in einen niedrigen sozialen Status eingestuft worden als im Vorjahr. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Sozialmonitoring-Bericht 2012 vor, den die Stadtentwicklungsbehörde in diesem Jahr zum dritten Mal herausgegeben hat.

Die Zahl sank allerdings nur sehr leicht von 151 auf 148 Gebiete. Die von der Behörde beauftragte HafenCity Universität untersucht für die Berichte insgesamt rund 830 Gebiete mit mindestens 300 Bewohnern. Als Indikatoren gelten unter anderem der Anteil der Arbeitslosen sowie die Verteilung der Schulabschlüsse.

"Mithilfe des Sozialmonitorings können wir frühzeitig soziale Problemlagen und kritische Entwicklungen in Hamburger Stadtteilen erkennen und ihnen gezielt begegnen", erklärte die Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau am Montag. Dafür werden die im Sozialmonitoring betrachteten Indikatoren mithilfe eines Indexverfahrens vergleichbar gemacht und für jedes Gebiet aktuell als "Status" sowie im zeitlichen Verlauf als "Dynamik" betrachtet.

Im aktuellen Bericht sind 31 Gebiete beschrieben, die einen "niedrigen" oder "sehr niedrigen" Status und gleichzeitig eine "negative" Dynamik aufweisen. Fünf dieser Gebiete liegen im Stadtteil Steilshoop, vier in Wilhelmsburg, je drei Gebiete in Lurup und Rothenburgsort sowie je zwei in Barmbek-Nord, Harburg, Horn, Jenfeld und Neuallermöhe.

Das Sozialmonitoring wurde im Jahr 2010 eingeführt. Die Ergebnisse der Untersuchung haben unter anderem Einfluss auf die Förderung über das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). Aktuell werden mehr als 50 Gebiete der Hansestadt besonders gefördert.

In den kommenden Jahren, so kritisieren es die Grünen, würden aber viele Gebiete aus der Förderung durch RISE herausfallen. "Die ärmeren Stadtteile sind dabei die Verlierer", befürchtet der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Olaf Duge. Fraktionskollegin Katharina Fegebank machen die Daten aus dem Bericht Sorgen: "Obwohl 2012 kein Krisenjahr war, hat sich die Armut in einigen Teilen Hamburgs bereits so stark verfestigt, dass positive wirtschaftliche Entwicklungen die soziale Situation in vielen Quartieren nicht verbessern." Abgehängte Gebiete blieben abgehängt, so Fegebank.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dietrich Wersich, kritisierte, dass der Senat zu wenig für den Hamburger Süden tue. In diesem befinden sich zahlreiche der Gebiete mit niedrigem Status. Dabei, so Wersich, "liegen hier die allergrößten Chancen für Wirtschaft, Wissenschaft und attraktives Wohnen." Doch der Senat tue abseits der internationalen Gartenschau und Bauausstellung zu wenig für den Süden.

Zu den Ergebnissen und Karten im Einzelnen geht es hier

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