Landkreis Harburg Wilder Wolf bei Hamburg gesichtet

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Der Wolf wurde zwischen dem Maschener Rangierbahnhof und dem Steller See im Landkreis Harburg fotografiert. Er zieht nach Süden.

Hamburg. Vor den Toren Hamburgs ist ein Wolf gesichtet worden. Das Tier sei Ende März zwischen Maschener Rangierbahnhof und Steller See im Landkreis Harburg fotografiert worden, meldete die Lüneburger "Landeszeitung" am Donnerstag. Mittlerweile sei das Jungtier Richtung Süden durch die Heide gezogen, berichtete Wolfsberater Uwe Martens aus Embsen (Kreis Lüneburg). So soll es zuletzt bei Salzhausen und in der Nähe des Truppenübungsplatzes Munster gesichtet worden sein.

"Für Menschen ist der Wolf nicht gefährlich", betonte Wolfs-Expertin Ilka Reinhardt vom Wildbiologischen Büro "LUPUS" im sächsischen Spreewitz. Schafe und Ziegen stünden aber durchaus auf seinem Speisezettel.

"Das ist der erste eindeutige Nachweis seit Jahren", bestätigte Inka Burow vom Umweltministerium in Hannover. "Wir haben das erwartet. Niedersachsen ist mit dem Wolfskonzept darauf vorbereitet." Das Konzept sieht Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren sowie Ausgleichszahlungen bei Schadensfällen durch das Land vor.

Den jungen Wolf bei Maschen habe eine Familie aus Seevetal fotografiert, als sie ihre neue Kamera ausprobieren wollte, berichtete der ehrenamtlich Wolfsberater Martens am Donnerstag. "Das ist kein verspäteter Aprilscherz", betonte er. "Wir hoffen, dass der Wolf eine ungestörte Ecke in Niedersachsen findet, vielleicht sogar einen Partner." Zuletzt wurde im Jahr 2007 ein Wolf in der Heide bei Unterlüß nachgewiesen.

Fast 200 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet. Erst nach dem Fall der Mauer kam er zurück. Mittlerweile leben hierzulande schätzungsweise wieder bis zu 60 Tiere in freier Natur, die meisten in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Jungtiere verlassen das Rudel im Alter von zwei bis drei Jahren, so wird eine Überpopulation vermieden. Auf seinen nächtlichen Streifzügen kann ein hungriger Wolf rund 50 Kilometer zurücklegen. Die Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. (dpa)