Monika Auweter-Kurtz muss gehen. Die Dekane haben mit 4:1 Stimmen gegen sie entschieden. Die Stadt will eine "anständige" Trennung.

Monika Auweter-Kurtz trat das Amt der Universitäts-Präsidentin Ende 2006 an.
Foto: Zapf, Michael
Hamburg. Hamburgs angeschlagene Universitäts-Präsidentin Prof. Monika Auweter-Kurtz wird ihren Posten räumen müssen. Nach Informationen des Abendblatts prüft die Stadt derzeit unterschiedliche Ausstiegsszenarien. Dabei ist den Akteuren auf der politischen Bühne wichtig, dass die Trennung von Auweter-Kurtz "fair und anständig" verläuft.
Offensichtlich hat auch die Präsidentin selbst inzwischen eingesehen, dass es
keine Alternative mehr gibt. Ob sie von sich aus ihren Rücktritt erklärt
oder ein anderer Weg geeigneter ist, wird derzeit noch ausgelotet. Die
sechsjährige Amtszeit der Präsidentin dauert bis Ende 2012. Der neunköpfige
Hochschulrat kann ihre Abwahl beschließen.
Mit dem Aus für Auweter-Kurtz geht eine in der Geschichte der Universität
beispiellose Konfrontation zu Ende. Mehr als 120 der 560 Professoren und 170
wissenschaftliche Mitarbeiter fordern ihren Rücktritt. Die Akademiker werfen
der Präsidentin ein zu hohes Reformtempo, vor allem aber die Unfähigkeit zur
internen Kommunikation vor. Auweter-Kurtz hatte vor zwei Tagen in einem
Brief an alle Mitarbeiter umfassend Fehler eingestanden und Besserung
gelobt. Doch dieses Signal kam offensichtlich zu spät.
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"Vertrauensverhältnis irreparabel gestört"
Eine Überzeugungstäterin ohne Überzeugungskraft
Auch Gundelach rückt von Auweter-Kurtz ab
Gestern spitzte sich die Lage noch einmal
dramatisch zu. Der Hochschulrat lud die Dekane der Universität zum
Krisengipfel. Zuvor hatten diese nach Informationen des Abendblatts mit 4:1
Stimmen erklärt, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit der Präsidentin nicht
mehr vorstellen können. Lediglich der Dekan der
mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Heinrich Graener, soll
für Auweter-Kurtz gestimmt haben. Der Dekan der medizinischen Fakultät,
Prof. Uwe Koch-Gromus, hatte nicht teilgenommen. Beide Seiten vereinbarten
nach dem zweistündigen Treffen Stillschweigen.
Auch der politische Rückhalt für Auweter-Kurtz war in den vergangenen Tagen
immer geringer geworden. Am Mittwoch hatte Wissenschaftssenatorin Herlind
Gundelach (CDU) ein klares Signal der Universität gefordert, ob sie mit
Auweter-Kurtz weiter zusammenarbeiten will. "Es geht nicht um Personen,
sondern um das Wohl der Universität", hatte Gundelach aber auch
gesagt und so den Rückzug der Präsidentin schon angedeutet.












