Handball-Damen: "Wir müssen lernen und genießen"
Handball-Frauen der SGH Rosengarten-Buchholz feiern bei Meister HC Leipzig ihre Premiere in der Bundesliga.
Buchholz/Nenndorf. Das Abenteuer Bundesliga beginnt. Und wie. Gleich bei der Premiere in der Ersten Liga müssen die Handball-Frauen der SGH Rosengarten-Buchholz beim deutschen Meister HC Leipzig antreten (Sonnabend, 15 Uhr, Arena). "Leipzig ist ein Erlebnis", sagt Trainer Martin Hug, "die Mädels sollen Spiel und Atmosphäre einfach genießen und vor allem Erfahrungen sammeln." Die Bundesliga ist Neuland für den Aufsteiger aus Rosengarten, der seine Heimspiele künftig in der Nordheidehalle in Buchholz austrägt. Die Harburger Rundschau sprach vor dem Saisonauftakt mit Martin Hug, auch für den Trainer ist es ein Debüt in der Bundesliga.
Hamburger Abendblatt:
Herr Hug, Sie leisten in Rosengarten seit zehn Jahren gute Arbeit. Als Trainer betreten Sie nun Neuland, was bedeutet das für Sie?
Martin Hug:
Das Betreten von Neuland hat sich in den letzten Jahren für mich schon zu einer gewissen Regelmäßigkeit entwickelt. Zuerst die Premiere als Damentrainer vor vier Jahren, dann der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit der Teilnahme an den Playoff-Spielen und nun sogar der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Bedeutung für mich ist sehr vielschichtig, aber vor allem - und das gilt besonders auch für die Spielerinnen - mit tollen Emotionen und großem Stolz verbunden.
HA:
Bisher hatten Sie "ältere" erfahrenen Spielerinnen, wie Melanie Schliecker und Natascha Kotenko und jüngere Spielerinnen ohne Bundesligaerfahrung in Ihrem Team. War die Mischung der Schlüssel zum Erfolg?
Martin Hug:
Von meinem damaligen Regionalliga-Team spielen bis auf zwei alle im jetzigen Bundesligateam. Dazu kamen Verstärkungen und Ergänzungen. Der Schlüssel der Erfolge lag bestimmt sowohl in der Kontinuität, mit der ich mit den Spielerinnen arbeiten konnte, als auch in der Ausgewogenheit der Besetzung. Das heißt, das richtige Gemisch aus "jung" und "alt", "genial" und "solide", "emotional" und "rational" gepaart mit einer Portion Glück im richtigen Moment waren schon wichtige Voraussetzungen.
HA:
Das Gesicht der Mannschaft bleibt weitestgehend bestehen. Mit Bente Maassen und Kateryna Valyushek haben Sie das Team gezielt verstärkt.
Martin Hug:
Nach meiner Philosophie sollten die Spielerinnen, die sich für den Erfolg eingesetzt haben, auch die Möglichkeit erhalten, diesen Erfolg in seinen Auswirkungen zu genießen. Daher hat sich das Gesicht der Mannschaft nicht grundlegend verändert. Bente Maassen ist eine ruhige junge Frau mit den typischen Eigenschaften einer Sportstudentin. Da sie mit einigen Spielerinnen aus dem Team befreundet ist, war die Integration einfach möglich. Sportlich wird sie hoffentlich im Laufe der Saison bei uns im linken Rückraum für Entlastung sorgen können. Kateryna Valyushek ist aufgeschlossen und hat schnell Kontakt zum Team gefunden. Mit ihrer lebenslustigen Art trägt sie zum lockeren Klima bei. Sie wird bei uns auf der Spielmacherposition und im rechten Rückraum agieren.
HA:
Das Team und auch die Zuschauer haben sich in den vergangenen vier Jahren an das Siegen gewöhnt. Diesmal wird das Gewinnen eher die Ausnahme sein, ist der Klassenerhalt das Hauptziel?
Martin Hug:
Wir werden nicht gegen viele Mannschaften die Chance bekommen, zu gewinnen und müssen deshalb gezielt auf Punktejagd gehen, damit am Ende der Saison mit viel Glück der zehnte Tabellenplatz herauskommt. Diesem Ziel ordne ich allerdings noch ein anderes über. Wir müssen lernen, mit Misserfolg zu leben und ihn zu akzeptieren. Das Team soll die Saison im Schulterschluss bestehen.
HA:
Die Punktspielsaison beginnt gleich beim deutschen Meister HC Leipzig. Auch das erste Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe am 11. September hat es in sich. Wie stellen Sie Ihr Team auf die schweren Begegnungen ein?
Martin Hug:
Die ersten Begegnungen unterliegen noch der Gewöhnung und sind unter dem Motto: "lernen und genießen" zu betrachten. Wir werden uns an den Gegnern reiben, und dann hoffentlich auf das eine oder andere kleine Erfolgserlebnis zurückschauen können.
HA:
Am 20. November ist der Buxtehuder SV zu Gast in der Buchholzer Nordheidehalle. Die Premiere dieses Derbys wird für viele Fans aus der Region das Highlight der Saison sein. Auch für Sie?
Martin Hug:
Ein Derby ist geprägt durch eine jahrelange, intensiv gepflegte, nachbarschaftliche Konkurrenz auf Augenhöhe. Von diesen Kriterien ist kein einziges erfüllt. Der BSV stellt eine der stärksten Mannschaften und kann auf eine über 20-jährige Historie zurückblicken. Wir dagegen haben eine nur 15-jährige Vereinshistorie. Als junger Mann war ich gerne Gast beim Bundesligahandball in Buxtehude. Und nun - das ist kaum zu fassen - spiele ich mit meinem Team gegen Buxtehude. Wahnsinn! Ja, ich freue mich darauf.


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