Kooperation: Gesamtschule Süderelbe und NA.Hamburg arbeiten zusammen
Die sportlichen Lehrer vom Volleyball
Stéphanie Volle, Kerstin Ahlke und Trainer Helmut von Soosten gehören zum Kollegium.
Fischbek. Nicht nur die Fans der Volleyball-Frauen der NA.Hamburg sind brennend daran interessiert, ob Zuspielerin Stephanie Volle auch im nächsten Jahr noch im Bundesliga-Team die Pässe verteilt. "Wir würden auch gerne wissen, ob Stephanie bleibt", sagt Gerhard Dammann, Mitglied des Schulleitungs-Teams der Gesamtschule Süderelbe. Die Französin Volle gehört seit einiger Zeit zum Kollegium seiner Schule.
Zwar sind die Fischbeker Bundesliga-Frauen seit 1991 Gast der Schule, nutzen sie doch deren Sporthalle als Heimspiel-Ort. Doch erst seit ungefähr zwei Jahren entwickelt sich so etwas wie eine Partnerschaft zwischen Klub und Schule. Damals war Gerhard Dammann von Schulhausmeister Dieter Dörner animiert worden, sich einmal ein Spiel der Volleyballdamen anzugucken. "Ich bin mit Manager Horst Lüders und Rudolf Nölke vom Sponsor Norddeutsche Affinierie ins Gespräch gekommen", sagt der Schulvertreter. Ein Kontakt mit fruchtbaren Folgen.
Die ausgebildete Biologie-Lehrerin Volle, die in ihrem Heimatland schon mehrere Jahre Berufserfahrungen gesammelt hat, unterrichtet nun in der Schule am Neumoorstück acht Stunden in der Woche Französisch. "Nur Volleyball spielen war mir zu wenig, Als ich das Angebot bekam, unterrichten zu können, habe ich das gerne angenommen", sagt sie. Die Schüler erleben den Sprachunterricht aus erster Quelle. "Wir würden ihren Lehrauftrag gerne verlängern. Das müssten wir aber bald einleiten", sagt Gerhard Dammann.
Diagonalangreiferin Kerstin Ahlke gehört ebenfalls als Lehrerreferendarin zum Kollegium. Und seit diesem Jahr engagiert sich auch Cheftrainer Helmut von Soosten im Lehrbetrieb. Er betreut sechs Stunden in der Woche einen leistungs-orientierten Volleyball-Kursus für die neunten Klassen der Schule im Wahlpflichtbereich, aber auch als zusätzliches Freizeitangebot. "Unterrichten ist völlig anders als die Trainerarbeit", sagt er. Es mache ihm aber großen Spaß. Beide Seiten profitieren von der Kooperation, sie soll vertieft werden. Die Gesamtschule, die derzeit mit der zehnten Klasse endet, wird im Rahmen der Hamburger Schulreform voraussichtlich künftig Stadtteilschule werden, muss eine Oberstufe aufbauen. Neben dem schon erworbenen Prädikat einer Umweltschule soll Sport ein Profilschwerpunkt werden, so die Idee. Der Titel "Bewegte Schule" ist ein erster Schritt.
Künftig müssten Talente wie Saskia Radzuweit oder Annika Krebs nicht mehr täglich aus Fischbek zur Eliteschule des Sports am Alten Teichweg pendeln. Beide besuchten früher die Gesamtschule. Radzuweit gehört zum Kader des Erstliga-, Krebs zum Aufgebot des Zweitliga-Teams. Womöglich kann die Neuntklässlerin Mareile Hinck von der Kooperation schon profitieren. Sie zählt zu den Talenten aus Fischbek, denen längerfristig auch einmal der Sprung in das Erstliga-Team zugetraut wird.


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