Fechten: Degenturnier zum Jahresauftakt in Buchholz
Senioren zurück auf der Planche
Die neue Gruppe für Damen und Herren über 40 Jahre wird immer beliebter. Insgesamt waren 62 Aktive am Start.
Buchholz. Zu den größten Fechtabteilungen in Niedersachsen gehören die Kämpfer von Blau-Weiss Buchholz ja schon lange. Inzwischen sind sie die ersten in Deutschland, die ein neues Jahr mit einem Einladungs-Turnier eröffnen. Diesmal wiederum zeigte eine Neuerung bei den Kämpfen mit dem Degen, warum Buchholz eine Hochburg dieses Sports mit der langen Tradition geworden ist."Erstmals bei unserem Turnier hatten wir auch einen Wettbewerb für Damen und Herren über 40 Jahre ausgeschrieben", sagte Abteilungsleiter Mehmet Bilinir, "die Anregung dazu ist von unseren eigenen Aktiven gekommen."
Die Gruppe der über 40-jährigen Fechter, die in Buchholz gelernt hat, mit Degen und Florett anzugreifen, ist bereits auf etwa 20 Aktive angewachsen. "Die meisten davon sind Väter oder Mütter, die zunächst nur ihre Kinder zum Training begleitet haben", sagte Mehmet Bilinir, "inzwischen haben sie Gefallen am Fechten gefunden."
Der Blau-Weiss-Abteilungschef fragte beispielsweise Carsten Wollin, warum er nur herumstehe, während seine beiden Söhne trainieren. "Nimm auch eine Waffe in die Hand", so Bilinir, "ich gebe dir die erste Lektion." Das ist inzwischen fünf Jahre her. Bei der Turnierpremiere für die reiferen Jahrgänge erkämpfte sich Carsten Wollin den dritten Platz unter zwölf Teilnehmern. Bei den Damen wurde Konstanze Eggert ebenfalls Dritte. Turniergast in der Nordheidehalle in Buchholz war auch Mike Bunke, der langjährige Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fechtverbandes, der mit 65 Jahren noch immer regelmäßig auf der Planche kämpft.
"Bei den norddeutschen Senioren-Meisterschaften, die traditionell im März in Hannover ausgetragen werden, kämpfte im vergangenen Jahr ein Mann, der schon 75 Jahre alt war", sagte Mehmet Bilinir. "Der trat auf wie ein alter Ritter und zwar einer mit einem Holzbein. Der alte Herr hatte eine Prothese. Beim Kampf mit dem Degen ist der gesamte Körper Trefferfläche, aber keiner seiner Gegner hat auf die Prothese gezielt."
Wie ideal die neue Halle auch für die Fechter ist, wurde von den Gästen aus Norddeutschland anerkennend gelobt. So standen den 62 Teilnehmern zehn Bahnen zur Verfügung. Und dann hatten Gastgeber und Gäste am Ende noch das Glück, ein unglaublich dramatisches Finale mitzuerleben.
Bei den Herren standen sich im letzten Gefecht Gerald Hinz, Dauergast aus Elmshorn, und Michael Behrendt vom PSV Berlin gegenüber. "Einen solch großartigen Kampf habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen", schwärmte Fachmann Mehmet Bilinir. Der Elmshorner lag mit 8:11 Treffern fast aussichtslos zurück, kam aber mit zwei seiner spektakulären blitzschnellen Angriffe wieder heran und war mit 10:11 wieder im Gefecht zurück. Die Blitzangriffe kosteten zuviel Kraft, am Ende siegte Michael Behrendt mit 15:13. "Ein begeisternder Abschluss", strahlte Mehmet Bilinir.
Für Blau-Weiss Buchholz hatte bei der Jugend A Moritz Rohrbeck den dritten Platz erkämpft. Der 14 Jahre alte Lokalmatador kämpfte zum ersten Mal mit dem Degen.


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