83 erreichen beim Halbmarathon das Ziel
In 36 Jahren ist noch nie ein Lauf ausgefallen
Beeindruckende Bilanz der LG HNF seit 1974. In diesem Winter nahmen 280 Aktive am Straßenlauf-Cup teil, für viele Sportler die beste Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon.
Langenrehm. Der Kriminalbeamte Stefan Faix aus Hamburg hatte den Fall früh abgehakt. "Ich bin nach zehn Kilometern beim Wendepunkt ausgestiegen. Mir war die Laufstrecke durch den Wald zu glatt. Ich fliege am Donnerstag zum Triathlon-Training nach Mallorca, wollte kein Risiko mehr eingehen", berichtete der 41-Jährige aus der Triathlon-Crew des FC St. Pauli hinzu.
Bei diesem 27. Straßenlauf-Cup der LG HNF im Wald bei Langenrehm drängte sich ohnehin die Frage auf: "Warum springt einer um sechs oder sieben Uhr aus den Federn, um bei bitterer Kälte durch einen tief verschneiten, vereisten Wald zu laufen - und dann auch noch 21 Kilometer?" "Weil Läufer alle verrückt sind", gibt die Finanz-Beamtin Ineke Siemer aus Bostelbek die einfachste und auch schlüssigste Antwort. Auch sie ist eigentlich Triathletin, auch sie ist nach zehn Kilometern ausgestiegen.
Es waren vor allem die ehrgeizigsten und trainingswütigsten Triathleten, die im Forst Rosengarten dem zurückgekehrten Winter die kalte Schulter zeigten. Und es war die lokale Elite der Marathon- und Dauerläufer, die sich dem Wettkampf stellten.
Am Tag zuvor hatte bei Mark Schepanski, dem Chef der LG HNF, das Telefon Sturm geklingelt. Und bei jeder Antwort war ein gewisser Stolz heraus zu hören: "Natürlich ziehen wir den Lauf durch. Bei uns gibt es keine Absagen. Das müsstet ihr doch inzwischen wissen", hatte Schepanski den Zweiflern gesagt. Und: "Wir haben 1974 den ersten Volkslauf organisiert. In diesen 36 Jahren ist eine einzige Veranstaltung einmal für eine Stunde unterbrochen worden, wegen eines gewaltigen Gewitters. Aber es hat nie eine Absage gegeben."
Selbst vor einigen Wochen, als bei der Laufserie um den Straßencup die zehn Kilometer anstanden, wurde gerannt. "Da lag der Schnee sogar viel höher", so Schepanski, "deshalb haben wir die Strecke dorthin verlegt, wo die Bauern mit Traktoren einen Weg durch die weißen Massen gebahnt hatten". "Auch diesmal war die Strecke durch den Wald besonders mühevoll", sagte Dennis Oelert, der mit großem Vorsprung als Erster über die Ziellinie stapfte, die ein Zeitnehmer mit dem Schuh in den Schnee geritzt hatte. "Es war holprig und rutschig, vor allem, wenn man überholen wollte, was bei einer Wendestrecke nötig ist. Da hatte man keinen Blick für den wunderschönen Winterwald."
Der Sieger aus Jork hatte für den Halbmarathon 1:22:25 Stunden benötigt. Dabei hat Dennis Oelert eine Bestzeit von 1:11:08 stehen und den Hamburg-Marathon schaffte hat er schon in 2:31 Stunden. Mit solchen Zeiten gehört der Dauerläufer, der aus der Eifel stammt und für die LG Vulkaneifel startet, zum Adel der deutschen Langläufer. Oelert rennt rund 100 Kilometer pro Woche und mit seinem Team war er Neunter der deutschen Halbmarathon-Meisterschaften.
Erk Heinßen, der vier Minuten später als Zweiter das Ziel erreichte, ist der Triathlon-Guru, um den sich in den letzten Jahren in Buxtehude eine 150 Mitglieder starke Gruppe in dem neuen Massensport aufgebaut hat. "Es ist 25 Jahre her, da bin ich bei meinem ersten Triathlon gestartet", erzählt Heinßen. "In Deutschland gehörte ich damit zu den Ersten. Keiner von uns hat damals geahnt, dass Triathlon einen solchen Boom erfährt."
Jana Jungnickel, die schnellste Frau (1:35:27 Stunden) bei diesem Schneelauf wiederum zählt zu den Dauergästen beim Straßenlauf-Cup. "Als ich das erste Mal hier gestartet bin", erzählt die Frau aus Hamburg, "war ich 15 Jahre alt. Ich weiß auch nicht mehr genau, wie oft ich diesen Gesamtcup hier gewonnen habe". Inzwischen ist Jungnickel 30 Jahre alt und Warenmanagerin beim Otto-Versand. "Ich wollte unbedingt hier starten", betont sie, "weil diese Laufserie nach wie vor eine super Vorbereitung für den Hamburg-Marathon ist."
Insgesamt erreichten beim diesem abschließenden Halbmarathon 93 Frauen und Männer das Ziel. 280 Unermüdliche sind in diesem Winter die zehn, 15 und 21 Kilometer gelaufen. Gesamtsieger bei den Männern wurde Jörg Fritsche (LG Rosengarten) in 3:06:28 Stunden und bei den Frauen Frieda Harms (LG HNF) in 3:44:59 Stunden.


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