Elbewerkstätten: Zwei Harburgerinnen und eine Idee
Harburgs Binnenhafenkiste
Die kleine beschriftete Holz-Box im Stil einer Seekiste wird leer geliefert oder mit Produkten aus Harburg gefüllt.
Harburg. In einer kleinen Seekiste steckt ganz viel Harburg: Designed im original Hafen-Style, handgefertigt in Hausbruch, die Fracht ausschließlich aus der Harburger Wirtschaft - das ist die "Binnenhafenkiste". Dahinter verbirgt sich eine Geschäftsidee der Stadtplanerin Birgit Caumanns (in Harburg bekannt als Stadtführerin) und der Journalistin Uschi Tisson in Zusammenarbeit mit der Elbe-Werkstätten GmbH. Als Deko daheim für Lokalpatrioten oder als Präsent für Geschäftsfreunde - die robuste Kiste, so das Kalkül, könnte sich zu dem Harburg-Geschenk schlechthin entwickeln. Ein Blick in die Möbelhäuser zeigt jedenfalls: Kisten und Truhen sind offenbar voll im Trend.
Die Produktion in den Elbe-Werkstätten am Standort Dubben ist gestartet. In Handarbeit zimmert hier Benno Schwark die Binnenhafenkisten aus Fichtenholz zusammen. Zunächst 70 Stück - die erste Edition als Testballon. Am Ende kommen die Schriftzüge "Harburg ahoi", "Binnenhafen" und ein Kompass-Symbol auf das Holz - in der original Schablonenschrift, die in der Wirtschaft vorgeschriebener Standard für Seekisten ist. Vorbild, so Uschi Tisson, seien die echten Übersee-Kisten eines Binnenhafenunternehmens, die Kapitän Alfred W. Behrendt Schifffahrts- und Industrie-Service GmbH.
Leer kostet die Hafenkiste 25 Euro, mit Fracht 50 Euro. Gefüllt wird sie auf Wunsch mit Produkten aus Harburg. Der Standard-Inhalt: 250 Gramm Kaffee und 100 Gramm Tee der Kaffeerösterei Fehling, einen Baumkuchen der Conditorei Dierck Eisenschmidt, eine Flasche Harburger Sekt, eine Kerze von den Elbe-Werkstätten und eine Kokosnuss - Symbol für die Übersee-Geschichte des Harburger Hafens.
Die Bestellung läuft ausschließlich über das Internet. 31 Kisten seien bereits geordert, sagt Martina Denecke von den Elbe-Werkstätten. Das ganz ohne Werbung: In der nächsten Woche werden die Conditorei Eisenschmidt und die Buchhandlung Stein ihre Schaufenster mit der Binnenhafenkiste dekorieren. 500 Flyer werden in Geschäften verteilt werden.
Was zum Weihnachtsgeschäft noch improvisiert ist, soll ab Januar strategisch angegangen werden. Martina Denecke kann sich limitierte Sondereditionen vorstellen. Sollte es Bestellungen hageln, könnten die Elbe Werkstätten ihre Kapazitäten ausbauen. Die Elbe-Werkstätten mit Standorten in Harburg, Altona und Bergedorf bieten mehr als 1100 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, davon 880 in der Produktion.


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