Lokalspitze
Draußen vor der Tür
Der Druck auf die Raucher wird immer stärker, allmählich können sie einem nur noch leid tun, die Armen. Rauchverbot im ICE, auf Bahnhöfen, in fast allen öffentlichen Gebäuden und selbst in der letzten Spelunke, und bald wird man womöglich in den eigenen vier Wänden keinen Glimmstängel mehr anzünden dürfen.
Doch es gibt auch einen gegenläufigen Trend. Immer öfter sieht man im Freien vor Kneipen oder vor Stehcafes runde Tische mit einem Aschenbecher darauf, manchmal steht sogar ein Barhocker daneben.
Für diese Tische fallen mir zwei Deutungen ein. Version eins: Na endlich, es gibt doch noch gutwillige Menschen, die sich nicht an der Treibjagd auf die Raucher beteiligen, sondern ihnen ausdrücklich den Rauchgenuss gestatten und ihnen auch einen angenehmen Rahmen dafür bieten, ein Sieg der Toleranz über die verbiesterte Unduldsamkeit.
Version zwei: Eine Sauerei, unerträglich, was sich Raucher inzwischen bieten lassen müssen. Deutlicher kann man es ihnen nicht mehr zeigen, dass sie vollkommen unerwünscht sind. Mit dem Rauchertisch werden sie an den Pranger gestellt und müssen sich in aller Öffentlichkeit als willensschwache Süchtige diffamieren lassen. Welche Version ist nun richtig? Am besten fragt man wohl die Raucher, die am Rauchertisch draußen vor der Tür hastig eine durchziehen. Aber ich habe da gewisse Hemmungen. Die Antwort könnte ziemlich grob ausfallen, etwa so: Halten Sie sich da raus, ich will mich nicht auch noch dumm anmachen lassen.


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